Demo buchen

PV-Freiflächenanlage: Welche Planungssoftware passt zu deinem nächsten Solarpark?

Solarpark-Zubau, EEG-Ausschreibung und P90-Simulation: Vergleich der Planungssoftware für PV-Freiflächenanlagen — PVGIS, PVsyst, PV*Sol und Drohnendaten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Freiflächenanlagen haben Gebäude-PV 2026 erstmals überholt: 54 % der neu installierten Leistung entfiel auf Solarparks, nur 46 % auf Dachanlagen (Solarserver, 2026).
  • Die EEG-Ausschreibung für Freiflächenanlagen vom 1. Juli 2026 war um 49 % überzeichnet. 3.170 MW Gebote standen nur 2.135 MW Zuschlagsvolumen gegenüber, und der Zuschlagswert fiel auf 4,79 ct/kWh (Bundesnetzagentur/Solarserver, 2026).
  • Kostenlose Tools wie PVGIS reichen für eine erste Standortabschätzung. Für eine bankfähige Ertragssimulation mit P50/P90-Werten braucht es professionelle Software wie PVsyst oder PV*Sol (SurgePV, 2026).
  • Zwei Drohnen-Teams vermessen an einem Tag rund 2,5 km² Fläche. Eine manuelle Begehung derselben Fläche dauert drei bis vier Monate (DJI Enterprise, 2026).

Der deutsche Solarpark-Markt wächst schneller als je zuvor. Gleichzeitig werden die Ausschreibungen enger. Wer als Solarteur oder Projektierer für Freiflächenanlagen mitbieten will, kommt an einer durchdachten Wahl der Planungssoftware nicht mehr vorbei. Sie entscheidet über Genauigkeit, Bankability und am Ende über den Zuschlag.

Warum wird die Wahl der Planungssoftware für Freiflächenanlagen 2026 kritischer?

Im ersten Halbjahr 2026 gingen rund 4,1 GW neue Solarleistung auf Freiflächen ans Netz. Das ist ein Plus von etwa 32 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum und der bislang höchste Halbjahreszubau an Solarparks in Deutschland (Solarserver, 2026). Damit wächst auch die Zahl der Projekte, die um dieselben Ausschreibungstermine, Netzanschlusskapazitäten und Flächen konkurrieren.

Kumuliert stehen inzwischen 44 GW Freiflächen- neben 81 GW Dachleistung. Rund 9,75 GW aus früheren Ausschreibungsrunden warten noch auf ihre Fertigstellung bis Mai 2028 (Solarserver, 2026). Gleichzeitig war die Ausschreibung vom 1. Juli 2026 um 49 % überzeichnet: 3.170 MW Gebote standen nur 2.135 MW Zuschlagsvolumen gegenüber, und der Zuschlagswert fiel auf 4,79 ct/kWh (Bundesnetzagentur/Solarserver, 2026). Wer in diesem Wettbewerb bestehen will, braucht eine Ertragsprognose, die einer Bank und der Gebotswert-Kalkulation gleichermaßen standhält. Ein grober Online-Rechner reicht dafür nicht mehr aus. Welche Vermarktungswege nach dem Zuschlag zur Wahl stehen, erklären wir in unserem Vergleich der PPA-Vertragsmodelle für Gewerbe-PV.

Welche Software-Kategorien gibt es für die Planung von PV-Freiflächenanlagen?

Für Freiflächenanlagen stehen dir vier Software-Kategorien zur Auswahl. Sie unterscheiden sich deutlich in Genauigkeit, Preis und Zielgruppe: kostenlose Basistools, professionelle Simulationssoftware, cloudbasierte Planungsplattformen und Drohnen- beziehungsweise Photogrammetrie-Workflows für die Standortvermessung (SurgePV, 2026).

Kostenlose Tools wie PVGIS der EU-Kommission liefern eine schnelle erste Einschätzung von Globalstrahlung und Ertragspotenzial für einen Standort. Sie sind kostenfrei, liefern aber keine detaillierte Verschattungsanalyse und keinen Bankability-Nachweis (pv magazine, 2024). Professionelle Simulationssoftware wie PVsyst oder PV*Sol rechnet dagegen mit stündlichen Wetterdaten, Verschattungsmodellen und Wahrscheinlichkeitsanalysen. Cloudbasierte Plattformen wie HelioScope kombinieren Planung, Angebot und Teamarbeit in einem Tool. Spezialisierte Drohnenworkflows liefern zusätzlich die reale Geländeform als Planungsgrundlage, statt sich auf ein grobes Satellitenbild zu verlassen.

Wie genau muss die Ertragssimulation für eine Ausschreibungsteilnahme sein?

Für die Finanzierung einer Freiflächenanlage verlangen Banken in der Regel P50-, P90- und teils P99-Werte. Das sind statistische Wahrscheinlichkeiten, mit denen ein bestimmter Jahresertrag mindestens erreicht wird. PVsyst berechnet genau diese Werte per Monte-Carlo-Simulation und gilt deshalb als Bankability-Standard (SurgePV, 2026).

Der P90-Wert beschreibt den Ertrag, der mit 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit erreicht oder überschritten wird. Er ist die konservative Grundlage, auf der Banken ihre Kreditvergabe kalkulieren. Ein einfacher Durchschnittsertrag aus einem kostenlosen Online-Rechner ersetzt diese Analyse nicht. Er nennt dir eine einzelne Zahl, aber keine Risikoverteilung. Genau diese Verteilung entscheidet am Ende, ob eine Bank dein Projekt finanziert oder ablehnt. Bei einem 5-MWp-Projekt kann der Unterschied zwischen einem optimistischen Mittelwert und einem konservativen P90-Wert schnell 8 bis 12 Prozent des kalkulierten Jahresertrags ausmachen. Das reicht oft schon, um eine Finanzierungszusage zu kippen.

PVsyst, PV*Sol und cloud-native Tools im direkten Vergleich

Die drei Software-Kategorien unterscheiden sich vor allem in Preis, Zielgröße und EEG-Tauglichkeit. PVsyst ist der günstigste Bankability-Standard für Projekte ab 100 kWp. PV*Sol punktet dagegen mit deutschen Wetterdaten und EEG-Tarifmodellen. Cloud-native Tools bieten dafür Teamarbeit in Echtzeit (SurgePV, 2026).

ToolTypischer Preis/JahrStärkeGrenze
PVGIS (EU-Kommission)kostenlosSchnelle Standortabschätzung, offener ZugangKeine Bankability-Nachweise
PVsystca. 450–650 €P50/P90/P99, weltweiter Bankability-StandardKein natives EEG-Modul
PV*Sol premiumca. 1.300–1.600 €Deutsche DWD-Wetterdaten, EEG-Tarifrechnung, MieterstromDesktop-basiert, weniger Team-Kollaboration
HelioScopeca. 3.300–6.700 €Cloud, verteilte Teams, Gewerbedach 100–5.000 kWpFür reine Freifläche weniger verbreitet
Aurora Solarca. 4.200–9.300 €Hoher Durchsatz im Vertrieb, starke VisualisierungKeine EEG-Tarifmodellierung

Quelle: SurgePV, 2026.

Für eine reine Standortabschätzung vor der Ausschreibungsentscheidung reicht PVGIS. Sobald ein Projekt in die Finanzierung geht, führt an PVsyst oder PV*Sol kaum ein Weg vorbei. Beide liefern die Nachweise, die eine Bank oder ein Ausschreibungsgutachter tatsächlich verlangt. Mehr zu den wirtschaftlichen Rahmendaten hinter dieser Entscheidung findest du in unserem Beitrag Kosten einer gewerblichen PV-Anlage.

Welche Rolle spielen Drohnen und Photogrammetrie bei der Standortplanung?

Photogrammetrie ersetzt die manuelle Geländevermessung durch einen Drohnenflug. Zwei Drohnen-Teams erfassen an einem Tag rund 2,5 km² Fläche. Eine klassische Begehung derselben Fläche benötigt drei bis vier Monate — eine Zeitersparnis von rund 70 % (DJI Enterprise, 2026).

Aus den Flugdaten entsteht ein hochauflösendes 3D-Modell des Geländes, inklusive Höhenlinien, Bewuchs und Schattenwurf benachbarter Strukturen. Das sind Planungsgrundlagen, die ein Satellitenbild schlicht nicht liefert. Bei einer Fläche mit unebenem Gelände oder Bestandsvegetation macht dieser Unterschied oft den Ausschlag zwischen einer realistischen und einer zu optimistischen Ertragsprognose. Reonic verarbeitet Drohnendaten direkt im eigenen Workflow: vom Flug über das automatisierte 3D-Modell bis zur PV-Planung in derselben Oberfläche, ohne Datenexport zwischen mehreren Tools. Wie dieser Ablauf konkret funktioniert, zeigt unser Beitrag Photogrammetrie für Solarteure.

Was kostet professionelle Planungssoftware — und wann lohnt sie sich?

Professionelle Simulationssoftware kostet zwischen rund 450 € (PVsyst) und über 9.000 € pro Jahr (Aurora Solar). Die Investition lohnt sich, sobald ein einzelnes Projekt groß genug ist, dass ein falsch kalkulierter Ertrag die Finanzierung gefährdet (SurgePV, 2026).

Ab 750 kWp gilt ein Solarpark laut Faustregel als wirtschaftlich rentabel (xpert.digital, 2026). Ab dieser Größe verteilt sich die Softwarelizenz bereits auf ein Projektvolumen im siebenstelligen Bereich. Eine Fehleinschätzung des Jahresertrags von wenigen Prozentpunkten kostet dagegen schnell mehr als die Lizenz für mehrere Jahre. Für Solarteure, die nur gelegentlich eine Freifläche planen, rechnet sich statt eines Jahresabos oft ein projektbezogenes Lizenzmodell. Die genaue Rechnung hängt von der Anzahl der Projekte pro Jahr ab, nicht allein von der Anlagengröße.

Welche Planungsfehler kosten dich am meisten Zeit und Geld?

Die teuersten Fehler entstehen selten bei der Software selbst, sondern bei den Eingangsdaten, die in sie einfließen. Ein zu grobes Geländemodell, veraltete Wetterdaten oder ein übersehener Verschattungswurf durch Bäume am Feldrand verzerren die Ertragsprognose stärker als die Wahl zwischen zwei vergleichbaren Tools.

Der häufigste Fehler in der Praxis: Solarteure übernehmen ein bereits abgeschlossenes P90-Modell aus einem früheren, ähnlichen Projekt, statt für jeden neuen Standort eine eigene Simulation zu rechnen. Standort, Modultyp und Verschattung unterscheiden sich aber von Projekt zu Projekt, und Banken erkennen eine solche Übertragung in der Regel nicht an. Ein zweiter häufiger Fehler betrifft die Reihenfolge: Die Drohnenbefliegung findet erst statt, nachdem die grobe Planung mit einem Satellitenbild bereits steht. Geländeunebenheiten oder Bewuchs zeigen sich dann oft erst, wenn ein Nachplanen schon Zeit kostet.

Wie wählst du die richtige Software für dein nächstes Solarpark-Projekt?

Die Entscheidung hängt von drei Fragen ab: Wie groß ist das Projekt, wer finanziert es, und wie oft planst du im Jahr eine Freifläche? Eine einmalige, kleine Anlage rechtfertigt selten eine Jahreslizenz für mehrere Tausend Euro.

Für eine erste Machbarkeitsprüfung reicht PVGIS. Sobald ein Projekt in die Bankfinanzierung oder eine EEG-Ausschreibung geht, brauchst du dagegen PVsyst oder PV*Sol für die P90-Nachweise. Mehr zu den aktuellen Ausschreibungsregeln findest du in Photovoltaik-Ausschreibung und EEG-Pflicht. Planst du regelmäßig mehrere Freiflächen pro Jahr im Team, zahlt sich eine cloudbasierte Lösung mit Kollaborationsfunktion aus. Standortdaten, Simulation und Angebot bleiben dann in einem System, statt zwischen drei Tools hin- und herzuwandern. Das gleicht die höheren Lizenzkosten oft wieder aus. Wie sich das gewählte Betreibermodell auf die spätere Wirtschaftlichkeitsrechnung auswirkt, erfährst du in unserem Vergleich der Betreibermodelle für Gewerbe-PV.

Häufig gestellte Fragen zur Planungssoftware für PV-Freiflächenanlagen

Reicht PVGIS für die Planung eines kompletten Solarparks? PVGIS liefert eine kostenlose erste Ertragsabschätzung auf Basis von Globalstrahlungsdaten, ersetzt aber keine bankfähige P90-Simulation. Für die Ausschreibung oder Finanzierung eines Solarparks brauchst du zusätzlich professionelle Software wie PVsyst (pv magazine, 2024).

Wie viel Fläche braucht ein Solarpark pro Megawatt? Moderne Freiflächenanlagen benötigen heute rund 1,5 Hektar pro Megawatt, ältere Anlagen kamen noch auf bis zu 3,5 Hektar pro Megawatt. Als wirtschaftlich rentabel gilt eine Fläche ab etwa einem Hektar beziehungsweise 750 kWp (xpert.digital, 2026).

Was unterscheidet PVsyst von PV*Sol konkret? PVsyst ist international der Bankability-Standard mit P50/P90/P99-Wahrscheinlichkeitsanalyse und kostet rund 450 bis 650 € pro Jahr. PV*Sol rechnet zusätzlich mit deutschen DWD-Wetterdaten und bildet EEG-Tarife sowie Mieterstrommodelle direkt ab, kostet dafür aber mehr (SurgePV, 2026).

Lohnt sich eine Drohnenvermessung schon bei kleineren Freiflächenprojekten? Ab etwa einem Hektar Fläche liefert eine Drohnenbefliegung meist bereits einen Zeitvorteil gegenüber der manuellen Vermessung. Höhenlinien, Bewuchs und Verschattung werden automatisch erfasst, statt einzeln vor Ort gemessen zu werden (DJI Enterprise, 2026).

Brauche ich für jede Ausschreibung eine neue P90-Simulation? Ja. Die Bundesnetzagentur und finanzierende Banken verlangen eine projektspezifische Ertragssimulation, weil Standort, Modultyp und Verschattung von Projekt zu Projekt variieren. Eine pauschale Schätzung aus einem früheren Projekt wird nicht anerkannt.

Fazit: Die richtige Software entscheidet mit über den Zuschlag

Der Solarpark-Markt wächst, die Ausschreibungen werden enger, und die Anforderungen an eine belastbare Ertragssimulation steigen mit jeder Runde. Kostenlose Tools wie PVGIS helfen bei der ersten Standortabschätzung. Sobald ein Projekt in Finanzierung oder Ausschreibung geht, entscheidet aber die Qualität deiner Simulationssoftware mit über den Erfolg. Wer Drohnendaten direkt in die Planung einbindet, spart zusätzlich Zeit, die sich in einem engen Ausschreibungsfenster oft auszahlt.

Mehr zur Standortwahl, Genehmigung und Wirtschaftlichkeit von Solarparks findest du in unserem Leitfaden PV-Freiflächenanlage planen.

Quellen

Demo buchen. Alle Produkte und Funktionen kennenlernen.

In einer persönlichen Produktvorstellung zeigen wir dir alle Produkte und Funktionen. Kostenlos, unverbindlich und auf deinen Betrieb und deine Bedürfnisse zugeschnitten.

Demo buchen