Eine gewerbliche PV-Anlage kostet 2026 zwischen 700 und 1.600 Euro pro kWp. Der genaue Preis hängt vom Anlagentyp und der Größe ab (Fraunhofer ISE, 2026). Für Solarteure, die ein Angebot für ein Gewerbedach oder eine Freifläche kalkulieren, entscheidet diese Spanne oft über den Zuschlag. Dieser Leitfaden zeigt dir, welche Faktoren den Preis pro kWp treiben, wie du die Amortisation realistisch berechnest und welches Finanzierungsmodell zu welchem Kunden passt.
Das Wichtigste in Kürze
- Aufdachanlagen kosten 900 bis 1.600 Euro pro kWp, Freiflächenanlagen ab 1 MW nur 700 bis 900 Euro pro kWp (Fraunhofer ISE, 2026).
- Der Zubau gewerblicher Dachanlagen über 30 kWp sank im ersten Quartal 2026 um 33 Prozent gegenüber dem Vorjahr (BSW Solar, 2026).
- Ein Gewerbespeicher verändert die Amortisationsrechnung spürbar: Der Markt für Industrie- und Gewerbespeicher wuchs 2025 um 20 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro (BVES, 2026).
- Kauf, KfW-Kredit, Leasing und PPA unterscheiden sich stark in Kapitalbindung und Amortisationsdauer.
Was kostet eine gewerbliche PV-Anlage pro kWp?
Die Investitionskosten liegen laut Fraunhofer ISE bei 900 bis 1.600 Euro pro kWp für Aufdachanlagen. Freiflächenanlagen ab 1 MW kosten dagegen nur 700 bis 900 Euro pro kWp (Fraunhofer ISE, 2026). Freiflächenanlagen profitieren von Skaleneffekten bei Montage und Planung, die kleinere Dachanlagen kaum erreichen.
Modulpreise machen dabei nur rund ein Fünftel der Gesamtinvestition aus (Fraunhofer ISE, 2026). Den Rest bestimmen Wechselrichter, Unterkonstruktion, Elektroinstallation, Planung und Netzanschluss. Wer nur auf den Modulpreis schaut, unterschätzt das spätere Angebot fast immer.
Für eine 100-kWp-Dachanlage bedeutet das rechnerisch eine Investition zwischen 90.000 und 160.000 Euro vor Förderung. Die tatsächliche Spanne hängt stark von der Dachstatik, dem Netzanschlusspunkt und der Komplexität der Unterkonstruktion ab. Details dazu zeigen wir in unserem Beitrag zur PV-Unterkonstruktion.
Bei einer 500-kWp-Freiflächenanlage liegt die Investition dagegen häufig zwischen 350.000 und 450.000 Euro. Der Unterschied entsteht vor allem durch günstigere Montagesysteme und geringere Planungskosten je Kilowatt bei größeren Projekten.
Die folgende Übersicht fasst die Bandbreiten für zwei typische Anlagentypen zusammen, wie sie sich in unseren Kundenprojekten immer wieder zeigen:
| Anlagentyp | Investition pro kWp | Stromgestehungskosten |
| Gewerbliches Dach, bis 30 kWp | 900 bis 1.600 Euro | 5,7 bis 12,0 Cent/kWh |
| Freifläche, ab 1 MW | 700 bis 900 Euro | 4,1 bis 6,9 Cent/kWh |
Welche Faktoren treiben die Investitionskosten nach oben?
Fünf Faktoren erklären den Großteil der Preisunterschiede zwischen zwei Angeboten für dasselbe Dach: Statik, Netzanschluss, Verschattung, Montagesystem und Anlagengröße. Je mehr davon zusammenkommen, desto weiter driftet der Preis pro kWp nach oben.
Eine schwache Dachstatik erzwingt teurere Unterkonstruktionen mit zusätzlicher Lastverteilung statt einfacher Ballastierung. Das kann bei Flachdächern schnell 10 bis 15 Prozent der Gesamtkosten ausmachen. Ein Netzanschluss mit begrenzter Kapazität macht oft einen teuren Trafo-Umbau nötig, bevor der Netzbetreiber überhaupt zustimmt.
Verschattung durch Nachbargebäude oder Dachaufbauten reduziert nicht nur den Ertrag, sondern erzwingt häufig zusätzliche Leistungsoptimierer pro String. Kleinere Anlagen unter 30 kWp tragen zudem relativ höhere Fixkosten für Planung, Gerüst und Anfahrt, weil sich diese Positionen nicht auf viele Kilowatt verteilen.
Größere Projekte ab 500 kWp verhandeln dagegen bessere Einkaufspreise bei Modulen und Wechselrichtern. In unserer Erfahrung sinkt der Preis pro kWp bei einem Sprung von 100 auf 500 kWp häufig um 10 bis 20 Prozent, allein durch bessere Konditionen bei Komponenten und Montage.
Auch die Wahl des Montagesystems selbst wirkt sich spürbar aus. Aufständerungen auf Flachdächern mit Ost-West-Ausrichtung kosten pro kWp meist mehr als eine einfache Süd-Aufständerung, liefern dafür aber einen gleichmäßigeren Tagesverlauf und eine höhere Eigenverbrauchsquote. Für Kunden mit hohem Verbrauch am Vormittag und Nachmittag rechnet sich dieser Mehrpreis häufig, weil weniger Strom teuer zugekauft werden muss.
Wie hoch sind die Stromgestehungskosten je nach Anlagengröße?
Gewerbliche Aufdachanlagen bis 30 kWp erzeugen Strom für 5,7 bis 8,8 Cent pro kWh in Süddeutschland und für 7,8 bis 12,0 Cent pro kWh im Norden (Fraunhofer ISE, 2026). Freiflächenanlagen liegen deutlich darunter.
Für Freiflächenanlagen ab 1 MW nennt Fraunhofer ISE Stromgestehungskosten von 4,1 bis 5,0 Cent pro kWh in Süddeutschland und 5,7 bis 6,9 Cent pro kWh im Norden (Fraunhofer ISE, 2026). Der geringere Investitionskostenanteil pro kWp erklärt einen Großteil des Unterschieds.
Diese Spanne erklärt, warum sich eine PV-Freiflächenanlage bei ausreichender Fläche wirtschaftlich oft besser rechnet als eine kleine Dachanlage. Das gilt selbst dann, wenn der reine Strombezugspreis des Kunden identisch bleibt. Der Standort und die Anlagengröße bestimmen also mit, welches Modell du dem Kunden empfiehlst.
Trotz dieser günstigen Gestehungskosten bremste der Gesamtmarkt zuletzt: Der PV-Zubau in Deutschland sank im ersten Quartal 2026 um 6 Prozent auf 3,51 GWp, während Freiflächenanlagen um 20 Prozent auf 1,97 GWp zulegten (BSW Solar, 2026). Gewerbliche Dachanlagen über 30 kWp verzeichneten dagegen einen Rückgang von 33 Prozent.
Wie lange dauert die Amortisation einer gewerblichen PV-Anlage?
Die Amortisationsdauer hängt vor allem von der Eigenverbrauchsquote und dem Verhältnis zwischen Strombezugspreis und Einspeisevergütung ab, nicht allein von den Investitionskosten. Eine Anlage mit hohem Eigenverbrauch amortisiert sich meist schneller als eine mit hohem Einspeiseanteil. Der ersparte Netzbezug ist fast immer teurer als die Vergütung.
Der Netzbezugspreis steigt zusätzlich durch regulatorische Aufschläge. 2026 beträgt der Aufschlag für besondere Netznutzung 1,56 Cent pro kWh (Bundesnetzagentur, 2026), was den wirtschaftlichen Vorteil von Eigenverbrauch weiter erhöht.
Gegenläufig wirkt die staatliche Entlastung bei den Netzentgelten. Der Bund stellt 2026 rund 6,5 Milliarden Euro zur Netzentgeltdämpfung bereit. Laut Verivox führt das bei vielen Grundversorgern zu bis zu 9 Prozent niedrigeren Strompreisen (Bundesregierung, 2026). Rechne die Amortisation deshalb immer mit den aktuellen, nicht mit historischen Strompreisen des Kunden.
Für eine typische 100-kWp-Dachanlage mit guter Eigenverbrauchsquote liegt die Amortisation in unserer Erfahrung meist zwischen 7 und 11 Jahren. Bei überwiegender Einspeisung verlängert sich dieser Zeitraum spürbar, weil die Marktprämie allein die Investition langsamer zurückzahlt. Die aktuellen Vergütungssätze findest du in unserem Beitrag zur Einspeisevergütung 2026.
Ab einer bestimmten Anlagengröße greift zusätzlich die Pflicht zur Direktvermarktung, die eigene Kosten für Vermarktung und Fernsteuerbarkeit mit sich bringt. Diese Kosten gehören in jede seriöse Amortisationsrechnung, werden aber häufig vergessen. Details zu den gängigen Vermarktungsmodellen und ihren Kosten findest du in unserem Beitrag zur Direktvermarktung von PV-Strom im Gewerbe.
Kaufen, finanzieren oder leasen: Welches Modell passt zum Kunden?
Kauf mit Eigenkapital, KfW-Förderkredit, Leasing und PPA unterscheiden sich vor allem in Kapitalbindung und Risikoverteilung. Der Endpreis der erzeugten Kilowattstunde unterscheidet sich dagegen weniger stark. Für Solarteure entscheidet das passende Modell oft, wie schnell ein Angebot beim Kunden durchgeht.
Ein Kauf mit KfW-Förderkredit passt zu Kunden, die selbst investieren wollen und von der vollen Einspeisevergütung profitieren möchten. Der KfW-Förderkredit 270 Erneuerbare Energien Standard steht dafür Unternehmen offen. Leasing oder Contracting eignet sich dagegen für Kunden ohne Investitionsbudget, die eine feste monatliche Rate der unsicheren Eigenkapitalrendite vorziehen.
Ein PPA überträgt Bau und Betrieb komplett an einen Investor. Der Kunde zahlt nur für den bezogenen Strom zu einem Festpreis, ohne eigenes Kapital zu binden. Details zu Vertragsmodellen und Preisstrukturen findest du in unserem Beitrag zu PPA für Photovoltaik im Gewerbe.
Erstelle Angebote mit realistischen Preisen pro kWp direkt in Reonic. Du kalkulierst Investition, Eigenverbrauch und Amortisation in einer Planung und schickst dem Kunden ein Angebot in deinem eigenen Branding, ohne separate Excel-Tabellen zu pflegen.
Wie verändert ein Gewerbespeicher die Kostenrechnung?
Ein Gewerbespeicher erhöht die Anfangsinvestition, senkt aber gleichzeitig den teuren Netzbezug in Lastspitzen und erschließt zusätzliche Erlösquellen. Der Markt für Industrie- und Gewerbespeicher wuchs 2025 um 20 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro und soll 2026 auf 1,5 Milliarden Euro steigen (BVES, 2026).
Der Zubau reiner Gewerbespeicher zwischen 20 kWh und 1 MWh stieg im ersten Quartal 2026 um 42 Prozent gegenüber dem Vorjahr, während Großspeicher über 1 MWh sogar um rund 270 Prozent zulegten (Bundesverband Solarwirtschaft, 2026). Kunden verstehen zunehmend, dass PV allein die Netzentgelte kaum senkt, ein Speicher aber schon.
Ob sich die zusätzliche Investition lohnt, hängt stark vom Lastprofil des Kunden ab. Bei einem Betrieb mit ausgeprägten, kurzen Lastspitzen amortisiert sich ein Speicher oft schon über die eingesparten Netzentgelte allein, noch bevor Eigenverbrauch und Notstromfähigkeit als Zusatznutzen eingerechnet werden. Eine detaillierte Anleitung zur richtigen Speichergröße findest du in unserem Beitrag zur Auslegung von Gewerbespeichern.
Netzanschluss und Genehmigung ändern sich ab 750 kWp
Ab 750 kWp greift zusätzlich die Ausschreibungspflicht nach EEG, die von der Bundesnetzagentur verwaltet wird (Bundesnetzagentur, 2026). Das erhöht Planungszeit und Vermarktungskosten spürbar. Wer ein Projekt in dieser Größenordnung kalkuliert, sollte die zusätzliche Vorlaufzeit für die Ausschreibung fest in den Zeitplan und die Kostenkalkulation einplanen.
Der Netzanschluss selbst wird bei größeren Anlagen ebenfalls komplexer. Netzbetreiber verlangen ab einer bestimmten Einspeiseleistung häufig eine eigene Übergabestation oder zusätzliche Schutztechnik, die in kleineren Projekten entfällt. Diese Position wird in vielen ersten Kalkulationen unterschätzt, taucht dann aber im finalen Netzanschlussbescheid als Nachforderung auf.
Welche Fehler treiben die Kosten unnötig in die Höhe?
In unserer Erfahrung entstehen die teuersten Überraschungen nicht bei der Modulauswahl, sondern bei Netzanschluss und Statik, die erst nach der Angebotsabgabe geprüft werden. Wer den Netzanschlusspunkt vorab beim Betreiber klärt, vermeidet spätere Nachforderungen für Trafo-Umbauten.
Ein zweiter häufiger Fehler ist eine zu knapp dimensionierte Wechselrichterleistung, die spätere Erweiterungen unmöglich macht. Plane den Wechselrichter für eine mögliche Nachrüstung mit Speicher oder zusätzlichen Modulen mit ein, statt exakt auf die Ausgangsgröße zu optimieren.
Drittens unterschätzen viele Kalkulationen die Betriebskosten über 20 Jahre, etwa für Wechselrichtertausch, Versicherung und Wartung. Diese Positionen fehlen in vielen Angeboten. Sie können die tatsächliche Amortisation trotzdem um ein bis zwei Jahre verschieben.
Viertens rechnen manche Angebote mit veralteten Strompreisen aus dem Vorjahr, obwohl sich Netzentgelte und Beschaffungspreise jährlich ändern. Wer die Wirtschaftlichkeit auf Basis eines Preises von vor zwei Jahren verkauft, riskiert eine Reklamation, sobald der Kunde die erste Jahresabrechnung mit der Prognose vergleicht. Aktualisiere deshalb die Strompreisannahmen bei jedem neuen Angebot, statt eine Vorlage einfach weiterzuverwenden.
Häufig gestellte Fragen
Wie berechne ich die Wirtschaftlichkeit einer Gewerbe-PV-Anlage?
Setze Investitionskosten, laufende Betriebskosten und erwartete Erlöse aus Eigenverbrauch und Einspeisevergütung über 20 Jahre gegenüber. Nutze dabei die aktuellen Strombezugspreise des Kunden, nicht historische Werte, da sich der Netzentgeltanteil jährlich ändert.
Welche KfW-Programme gibt es für gewerbliche PV?
Der KfW-Förderkredit 270 Erneuerbare Energien Standard finanziert Photovoltaikanlagen für Unternehmen zu marktnahen Konditionen. Details zu aktuellen Förderprogrammen für gewerbliche PV haben wir in unserem Beitrag zur PV-Förderung für Gewerbe zusammengefasst.
Ab welcher Anlagengröße lohnt sich Eigenverbrauch für Unternehmen?
Eigenverbrauch lohnt sich praktisch ab der ersten Kilowattstunde, weil der ersparte Netzbezug fast immer über der Einspeisevergütung liegt. Ab welcher Anlagengröße Volleinspeisung wirtschaftlicher wird, hängt vom individuellen Lastprofil und dem Verhältnis von Tages- zu Nachtverbrauch ab.
Was ist günstiger, Kauf oder Leasing einer gewerblichen PV-Anlage?
Kauf ist über die Laufzeit meist günstiger, bindet aber Kapital und Bonität des Kunden. Leasing oder Contracting kostet über 20 Jahre etwas mehr, verlagert Investitionsrisiko und Betriebsverantwortung aber vollständig auf den Anbieter.
Was kostet eine PV-Freiflächenanlage pro kWp oder Hektar?
Freiflächenanlagen ab 1 MW kosten laut Fraunhofer ISE 700 bis 900 Euro pro kWp, deutlich weniger als Dachanlagen. Details zum Flächenbedarf und zur Planung findest du in unserem Leitfaden zur PV-Freiflächenanlage.
Lohnt sich ein zusätzlicher Gewerbespeicher zur PV-Anlage?
Das hängt vom Lastprofil ab, vor allem von der Höhe und Häufigkeit von Lastspitzen. Der Markt für Industrie- und Gewerbespeicher wuchs 2025 bereits um 20 Prozent, weil immer mehr Unternehmen Netzentgelte über Lastspitzenkappung senken. Eine Einschätzung für dein Projekt findest du in unserem Beitrag zur Auslegung von Gewerbespeichern.
Fazit
Die Kosten einer gewerblichen PV-Anlage schwanken stark zwischen 700 und 1.600 Euro pro kWp, je nach Anlagentyp und Standort. Wer als Solarteur ein belastbares Angebot erstellen will, muss Statik, Netzanschluss und Finanzierungsmodell genauso einkalkulieren wie den reinen Modulpreis. Speicher und aktuelle Netzentgelt-Entwicklungen verschieben die Amortisationsrechnung zusätzlich, oft zugunsten des Kunden.
Plane dein nächstes Gewerbeprojekt direkt in Reonic. Kalkuliere Investition, Eigenverbrauch und Amortisation in einer Ansicht und erstelle daraus ein Angebot in deinem eigenen Branding.






