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PV-Förderung für Gewerbe 2026: Die 7 wichtigsten Programme im Überblick

PV-Förderung für Gewerbe 2026: KfW 270 finanziert bis zu 100 %, IAB mindert den Gewinn um bis zu 50 % — die 7 wichtigsten Förderprogramme im Überblick für Solarteure.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Zubau bei gewerblichen Dachanlagen ist im ersten Quartal 2026 um 33 % gegenüber dem Vorjahr eingebrochen (BSW-Solar, 2026) — Förderberatung wird für Solarteure damit zum Verkaufsargument.
  • Die Sonderabschreibung nach §7g Abs. 5 EStG erlaubt seit dem Wachstumschancengesetz 40 % der Anschaffungskosten zusätzlich zur regulären Abschreibung (SunShine Energy, 2026).
  • Der Investitionsabzugsbetrag mindert den Gewinn vorab um bis zu 50 % der geplanten Kosten — Voraussetzung ist ein Gewinn von maximal 200.000 Euro im Jahr der Bildung (SunShine Energy, 2026).
  • KfW-Kredit 270 finanziert bis zu 150 Millionen Euro pro Vorhaben, wahlweise mit bis zu fünf tilgungsfreien Jahren (KfW, 2025).
  • Die wenigsten Fördereffekte entstehen einzeln — die größte Wirkung erzielst du, wenn du IAB, Sonderabschreibung und Kredit für denselben Kunden kombinierst.

Die Zahl der Solarteure, die ihren Gewerbekunden zur Anlage auch gleich einen Finanzierungsplan mitliefern, wächst spürbar. Der Grund: Während der Zubau bei Gewerbedächern zurückgeht, entscheidet zunehmend die Wirtschaftlichkeitsrechnung darüber, ob ein Projekt überhaupt beauftragt wird. Wer als Solarteur die relevanten Förderinstrumente kennt und im Angebot sichtbar macht, verschafft sich einen Vorteil, den reine Preisvergleiche nicht bieten. Dieser Beitrag stellt die sieben wichtigsten Programme vor, mit denen sich gewerbliche PV-Projekte 2026 in Deutschland finanzieren lassen.

Warum Förderberatung 2026 zum Verkaufsargument wird

Während Freiflächenanlagen im ersten Quartal 2026 um 20 % zulegten, kamen gewerbliche Dachanlagen über 30 kWp nur auf rund 0,60 GWp Zubau — deutlich unter dem Vorjahresniveau (BSW-Solar, 2026). Gewerbekunden zögern also eher, Investitionen zu beauftragen, solange die Wirtschaftlichkeit unklar bleibt.

Der Verband macht dabei deutlich, dass kurzfristige Nachfrageschübe keinen verlässlichen Investitionsrahmen ersetzen (BSW-Solar, 2026). Für Solarteure heißt das konkret: Ein Angebot mit reinem Anlagenpreis überzeugt seltener als eines, das Steuervorteile, Kreditkonditionen und Amortisationszeit gleich mitrechnet. Genau hier setzen die folgenden sieben Instrumente an.

In der Beratungspraxis sehen wir bei Solarteuren, die Fördermöglichkeiten proaktiv ansprechen, häufiger einen Auftragsabschluss bereits im Erstgespräch. Der Grund liegt selten am Preis der Anlage selbst. Meist sieht der Kunde erstmals eine realistische Netto-Investition statt nur der Bruttosumme auf dem Angebot.

1. KfW-Programm 270 — Erneuerbare Energien Standard

Der KfW-Kredit 270 finanziert bis zu 100 % der förderfähigen Kosten. Projekte bis zu 150 Millionen Euro sind förderfähig, wahlweise mit null bis fünf tilgungsfreien Anlaufjahren (KfW, 2025). Das macht ihn zum Standardinstrument für gewerbliche PV-Finanzierung.

Antragsberechtigt sind Unternehmen, Freiberufler und Betreiber, die den erzeugten Strom einspeisen oder selbst verbrauchen. Kommunen und der Bund sind ausgeschlossen. Die Laufzeit reicht bis zu 30 Jahre; der Zinssatz richtet sich nach Kapitalmarkt und Bonität und wird erst am Tag der Zusage fixiert. Neben der PV-Anlage selbst deckt das Programm auch Batteriespeicher, Wärmenetze und Netzflexibilität ab. Für deinen Kunden lohnt sich die Kombination aus Dach-PV und Gewerbespeicher also gleich mit im selben Antrag.

2. Sonderabschreibung nach §7g EStG — 40 % zusätzlich abschreiben

Seit dem Wachstumschancengesetz erlaubt §7g Abs. 5 EStG eine Sonderabschreibung von bis zu 40 % der Anschaffungskosten im Jahr der Investition. Das gilt zusätzlich zur regulären linearen Abschreibung, die bei PV-Anlagen über 20 Jahre läuft (SunShine Energy, 2026).

Praktisch bedeutet das: Ein Betrieb, der eine 200.000-Euro-Anlage anschafft, kann im ersten Jahr bis zu 80.000 Euro zusätzlich zur normalen Abschreibung geltend machen. Das senkt die Steuerlast genau in dem Jahr, in dem die Liquidität am stärksten belastet ist. Die Sonderabschreibung gilt für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens — eine PV-Dachanlage erfüllt diese Voraussetzung in aller Regel. Wichtig für die Beratung: Der Steuerberater deines Kunden muss vorab die Gewinngrenze aus §7g Abs. 1 EStG prüfen.

3. Investitionsabzugsbetrag (IAB) — Gewinn vorab mindern

Der Investitionsabzugsbetrag mindert den steuerlichen Gewinn schon vor dem Kauf um bis zu 50 % der geplanten Anschaffungskosten. Voraussetzung: Der Gewinn übersteigt im Jahr der Bildung nicht 200.000 Euro (SunShine Energy, 2026).

Der IAB richtet sich an kleinere und mittlere Betriebe: Handwerksbetriebe, kleinere Produktionsstätten oder Filialisten mit überschaubarem Jahresgewinn profitieren am stärksten. Die tatsächliche Anschaffung muss innerhalb von drei Jahren nach der Bildung erfolgen — sonst macht das Finanzamt die Gewinnminderung rückwirkend wieder rückgängig, inklusive Verzinsung. Für deinen Kunden lohnt sich die Kombination: Der IAB senkt den Gewinn im Vorjahr, die Sonderabschreibung senkt ihn im Jahr der Investition selbst.

4. Marktprämie & Direktvermarktung — Einnahmen statt reiner Förderung

Ab 100 kWp installierter Leistung gilt für neue PV-Anlagen die Direktvermarktungspflicht. Der Strom wird dann nicht mehr fest vergütet, sondern über die Marktprämie an der Strombörse vermarktet. Anlagen zwischen 25 und 100 kWp müssen seit dem Solarspitzen-Gesetz zusätzlich fernsteuerbar sein, auch wenn Direktvermarktung für sie freiwillig bleibt (BSW-Solar, 2025).

Für größere Gewerbeanlagen ist das kein Nachteil, sondern ein zusätzlicher Erlöskanal. Die Marktprämie gleicht die Differenz zwischen Marktwert und anzulegendem Wert aus, während der Direktvermarkter den tatsächlichen Verkauf übernimmt. Details zu Modellen, Kosten und Anbieterwahl haben wir in unserem Beitrag zur Direktvermarktung von PV-Strom im Gewerbe zusammengefasst. Für die Kundenberatung wichtig: Die Umstellung auf Fernsteuerbarkeit muss bis zum 31. Dezember 2026 technisch umgesetzt sein.

5. Landesförderprogramme — regionale Zuschüsse nicht übersehen

Zusätzlich zu den Bundesinstrumenten legen einzelne Bundesländer eigene Zuschussprogramme für gewerbliche PV- und Speicherprojekte auf, deren Konditionen sich unterscheiden und regelmäßig ändern. Eine pauschale Aussage zu Fördersätzen ist hier nicht seriös möglich — die Programme variieren je nach Bundesland, Fördertopf und Verfügbarkeit erheblich.

Für die Beratungspraxis heißt das: Prüfe vor jedem Angebot die aktuelle Förderdatenbank des Bundeslandes sowie die des Bundes. Verlass dich nicht auf pauschale Prozentsätze. Viele Landesprogramme sind zudem mit KfW-Krediten kombinierbar, solange keine Doppelförderung derselben Kostenposition entsteht. Wer diesen Schritt in die Angebotserstellung einbaut, hebt sich von Wettbewerbern ab, die nur mit Bundesprogrammen rechnen. Gleichzeitig vermeidest du, dass ein Kunde nach Fertigstellung von einem übersehenen Landeszuschuss erfährt.

Häufig lohnt sich zusätzlich ein Anruf bei der zuständigen IHK oder Handwerkskammer. Regionale Förderprogramme werden dort oft schneller kommuniziert als über die Landeswebsite, und manche Kammern führen eigene Zuschusstöpfe für Mitgliedsbetriebe. Für Kunden mit mehreren Standorten lohnt sich ein Vergleich vor Projektbeginn — die Förderhöhe kann sich je nach Standort spürbar unterscheiden.

6. PPA & Contracting — Investition ohne Eigenkapital

Wer keine der genannten Fördermöglichkeiten nutzen kann oder will, muss dennoch nicht kapitalstark sein. Über ein Power Purchase Agreement (PPA) oder ein Contracting-Modell übernimmt ein Investor Bau und Betrieb der Anlage. Dein Kunde bezieht dabei nur den erzeugten Strom zu einem vertraglich fixierten Preis — ganz ohne Anschaffungskosten oder Kredit.

On-Site-PPAs eignen sich für Kunden mit ausreichend Dach- oder Freifläche und hohem Eigenverbrauch. Off-Site-PPAs sichern dagegen den Strombezug aus einer entfernten Anlage vertraglich ab, etwa aus einer der Freiflächenanlagen, die zuletzt am stärksten gewachsen sind. Für Solarteure ist Contracting vor allem dann ein gutes Zusatzangebot, wenn der Kunde zwar Fläche, aber kein Budget hat. Die Vermittlung an einen Contracting-Partner ersetzt in diesem Fall den klassischen Verkauf.

7. Kombination der Instrumente — die eigentliche Stellschraube

Keines der sieben Instrumente entfaltet allein die größte Wirkung. Erst die Kombination aus IAB, Sonderabschreibung, KfW-Kredit und gegebenenfalls Marktprämie macht ein Gewerbeprojekt für den Kunden spürbar günstiger. Ein Beispiel: IAB im Vorjahr, KfW-Finanzierung für die Investition selbst, Sonderabschreibung im Jahr der Inbetriebnahme, anschließend Marktprämie oder Eigenverbrauch als laufender Ertrag.

Diese Reihenfolge lässt sich in ein Angebot übersetzen, das nicht nur die Anlage, sondern den vollständigen Finanzierungsplan zeigt. Das schafft Vertrauen, weil der Kunde sieht, dass die Beratung über den reinen Modulverkauf hinausgeht. Die gleichen steuerlichen Instrumente gelten übrigens auch für einen ergänzenden Gewerbespeicher mit rund 100 kWh, nicht nur für die Module. Wer die passende Speichergröße zum Lastprofil des Kunden sucht, findet zusätzliche Informationen in unserem Beitrag dazu.

Gerade bei Anlagen, die zusätzlich Lastspitzen kappen sollen, verschiebt sich die Wirtschaftlichkeitsrechnung deutlich. Die Förderinstrumente senken die Anfangsinvestition, während die Netzentgeltersparnis den laufenden Ertrag erhöht. Beides zusammen zu kalkulieren, statt getrennt, ergibt für den Kunden ein realistischeres Bild als zwei separate Angebote.

Wie wählst du das passende Programm für deinen Kunden?

Die Wahl hängt von drei Faktoren ab: Unternehmensgröße und Gewinn, Anlagengröße in kWp und Kapitalverfügbarkeit des Kunden. Ein kleiner Handwerksbetrieb profitiert meist am stärksten von IAB und Sonderabschreibung. Ein größerer Industriebetrieb mit Anlagen über 100 kWp kombiniert dagegen eher KfW-Finanzierung mit Direktvermarktung.

InstrumentPasst am besten zuWirkung
KfW 270Alle BetriebsgrößenBis zu 100 % Fremdfinanzierung
Sonderabschreibung §7gKleinere/mittlere Betriebe40 % zusätzliche Abschreibung im Investitionsjahr
InvestitionsabzugsbetragGewinn ≤ 200.000 €Bis zu 50 % Gewinnminderung vorab
Marktprämie/DirektvermarktungAnlagen ≥ 100 kWp (Pflicht)Laufender Markterlös statt Fixvergütung
PPA/ContractingKunden ohne EigenkapitalKeine Anschaffungskosten

Als Solarteur bist du in der Regel nicht für die steuerliche Detailberatung zuständig — das bleibt Aufgabe des Steuerberaters. Trotzdem hilft es, die Instrumente im Erstgespräch zu benennen. So weiß dein Kunde, welche Fragen er dort stellen sollte. Mehr zur strategischen Planung einer kompletten Gewerbeanlage findest du in unserem Leitfaden für Photovoltaik im Unternehmen.

Häufig gestellte Fragen

Welche Förderungen und KfW-Programme gibt es für gewerbliche PV?

Der wichtigste Baustein ist KfW 270 mit bis zu 100 % Fremdfinanzierung und bis zu 150 Millionen Euro Kreditsumme. Ergänzend wirken steuerliche Instrumente wie Sonderabschreibung und Investitionsabzugsbetrag sowie länderspezifische Zuschussprogramme (KfW, 2025).

Wie berechne ich die Wirtschaftlichkeit einer Gewerbe-PV-Anlage?

Rechne Investitionskosten abzüglich Fördereffekte (IAB, Sonderabschreibung, KfW-Zinsvorteil) gegen jährliche Erträge aus Eigenverbrauch und Einspeisung oder Marktprämie. Die Amortisationszeit sinkt spürbar, wenn du Steuervorteile korrekt in die erste Investitionsphase einrechnest, statt sie separat zu betrachten.

Welche Finanzierungsmodelle außer Kauf gibt es — Leasing, Contracting, PPA?

Neben dem klassischen Kauf mit KfW-Kredit stehen Leasing, Contracting und PPA-Modelle zur Verfügung. Bei allen dreien übernimmt ein Dritter die Anschaffungskosten. Der Kunde zahlt nur laufende Raten oder einen fixierten Strompreis — ideal ohne Eigenkapital.

Ab welcher Anlagengröße ist Direktvermarktung Pflicht?

Ab 100 kWp installierter Leistung müssen neue PV-Anlagen ihren Strom direkt vermarkten statt eine feste Einspeisevergütung zu erhalten. Anlagen zwischen 25 und 100 kWp müssen seit dem Solarspitzen-Gesetz zusätzlich fernsteuerbar sein, auch wenn die Direktvermarktung selbst freiwillig bleibt (BSW-Solar, 2025).

Kann ein Kunde IAB und Sonderabschreibung gleichzeitig nutzen?

Ja, beide Instrumente schließen sich nicht aus. Der IAB mindert den Gewinn vor der Anschaffung um bis zu 50 %. Die Sonderabschreibung senkt ihn zusätzlich im Jahr der Investition um bis zu 40 % — die Kombination verstärkt den Effekt, statt ihn aufzuheben (SunShine Energy, 2026).

Fazit

Die Zahl der Förderinstrumente wirkt auf den ersten Blick unübersichtlich. In der Beratungspraxis folgen sie aber einem klaren Muster: steuerliche Hebel für die Investitionsphase, KfW-Finanzierung für die Kapitaldecke, Marktprämie oder PPA für den laufenden Betrieb. Wer diese drei Ebenen im Angebot sichtbar macht, verschafft seinen Gewerbekunden eine Entscheidungsgrundlage, die über den reinen Anlagenpreis hinausgeht. In einem Markt mit rückläufigem Gewerbedach-Zubau zahlt sich das als Wettbewerbsvorteil aus.

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