Das Wichtigste in Kürze
- Seit 1. Januar 2023 zählt für die BEG-Förderung nur noch Verfahren B (VdZ, 2023): Die passende Software entscheidet über deinen Zeitaufwand pro Auftrag.
- Kostenlose Tools wie EasyPlan oder OVplan decken kleine Projekte ab, stoßen aber bei größeren Mehrfamilienhäusern an ihre Nutzergrenzen.
- Profi-Software wie ZVPLAN startet ab 390 Euro Basispaket plus Abo-Modulen ab 15 Euro im Monat (Streit Software, 2026).
- Der Wärmepumpen-Absatz stieg 2025 um 55 Prozent auf 299.000 Geräte (Bundesverband Wärmepumpe, 2025): mehr Aufträge, für die du eine belastbare Berechnungsgrundlage brauchst.
Ein SHK-Betrieb, der den hydraulischen Abgleich nach Verfahren B von Hand kalkuliert, sitzt schnell mehrere Stunden pro Objekt an Excel-Tabellen. Die richtige Software verkürzt diesen Prozess auf einen Bruchteil der Zeit und liefert gleichzeitig die Dokumentation, die BAFA und KfW für die Förderung verlangen. Welches Tool zu deinem Betrieb passt, hängt vor allem von Projektgröße, Budget und davon ab, wie oft du das VdZ-Formular ausfüllen musst.
Schnellvergleich: Software für den hydraulischen Abgleich
Die folgende Übersicht zeigt sechs verbreitete Lösungen für Verfahren A und B, sortiert nach Einstiegspreis. Kostenlose Tools eignen sich für einzelne Ein- und Zweifamilienhäuser; kostenpflichtige Software lohnt sich, sobald mehrere Mitarbeitende parallel kalkulieren oder größere Mehrfamilienhäuser dazukommen.
| Software | Kosten | Verfahren | Besonderheit |
| EasyPlan (IMI Hydronic) | Kostenlos | A & B | Bis zu 100 kleine/mittlere Projekte |
| OVplan | Kostenlos | A & B | Begrenzt auf 100 Nutzer je Projekt |
| Danfoss Installer App | Kostenlos | A | Druck-/Durchflussberechnung, Fehlercode-Scan |
| ZVPLAN (ConSoft) | ab 390 € Basis, Abo ab 15 €/Monat | B | Mobile App inklusive |
| mh-RohrSYS | Modulabhängiges Abo | B | Heizlastberechnung integriert |
| DDScad SHKL | ca. 2.000 € netto (Vollversion) | A & B | 3D-Modellierung, Echtzeit-Vernetzung |
(Streit Software, 2026, retrieved 2026-08-27)
Warum lohnt sich Software für den hydraulischen Abgleich überhaupt?
Seit dem 1. Oktober 2024 ist der hydraulische Abgleich nach § 60c GEG für jede neu installierte oder neu in Betrieb genommene Heizungsanlage Pflicht, unabhängig vom Energieträger (mepbau, 2026). Wer die Berechnung von Hand macht, riskiert dabei sowohl Zeitverlust als auch Rechenfehler, die im Nachhinein teuer werden.
Verstöße gegen die §§ 60a bis 60c GEG können laut § 108 GEG mit Bußgeldern bis 50.000 Euro geahndet werden (mepbau, 2026). Software, die Verfahren B korrekt nach DIN EN 12831 berechnet, reduziert dieses Risiko. Sie prüft Eingabewerte auf Plausibilität. Und sie dokumentiert automatisch, welche Rohrleitungen, Ventile und Pumpeneinstellungen zu welchem Ergebnis geführt haben.
Der zweite Grund ist wirtschaftlich. Ein Betrieb, der pro Woche mehrere Verfahren-B-Berechnungen abgibt, spart mit einer eingespielten Software mehrere Arbeitsstunden. Diese Zeit fließt direkt in zusätzliche Aufträge. Bei den aktuellen Auftragszahlen im Wärmepumpen-Segment ist das kein Nebeneffekt, sondern ein Wettbewerbsfaktor.
Der dritte Grund betrifft die Kundin oder den Kunden direkt. Der hydraulische Abgleich senkt den Heizenergieverbrauch um bis zu 15 Prozent. Das hält das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie in seiner Informationsreihe zum Thema fest (BMWE, 2023). Dieses Sparpotenzial lässt sich aber nur heben, wenn die zugrunde liegende Berechnung tatsächlich stimmt, und genau hier setzt eine geprüfte Software an.
Ein dritter, oft unterschätzter Punkt ist die Fehlerquote. Bei einer Handberechnung mit vielen Räumen und Heizkörpern passieren Übertragungsfehler leicht, etwa wenn eine Ventil-Voreinstellung falsch ins Formular übertragen wird. Software mit direkter Formularanbindung schließt diese Fehlerquelle weitgehend aus, weil die Werte automatisch aus der Berechnung übernommen werden statt manuell eingetippt zu werden.
Kostenlose Tools: Was leisten sie wirklich?
Kostenlose Software wie EasyPlan oder OVplan berechnet sowohl Verfahren A als auch Verfahren B. Beide decken damit die meisten Einfamilienhaus-Projekte zuverlässig ab (Streit Software, 2026). Für kleinere Betriebe mit überschaubarem Auftragsvolumen reicht das oft völlig aus.
Die Grenzen zeigen sich bei der Projektgröße: EasyPlan unterstützt bis zu 100 kleine bis mittlere Systeme, OVplan begrenzt die Nutzerzahl je Projekt ebenfalls auf 100. Für ein einzelnes Mehrfamilienhaus mit vielen Heizkörpern reicht das meist, für ein ganzes Quartier oder mehrere parallele Großprojekte nicht mehr.
Die Danfoss Installer App wiederum deckt nur Verfahren A ab. Sie eignet sich vor allem für schnelle Vor-Ort-Checks: Durchfluss- und Druckberechnung, Fehlercode-Scan und Heizkurven-Einstellung direkt am Smartphone. Für die BEG-Förderung reicht das allein nicht, da hier ausschließlich Verfahren B zulässig ist.
Unsere Erfahrung zeigt, dass Betriebe den größten Zeitgewinn erzielen, wenn sie kostenlose Tools für einzelne Objekte nutzen. Sobald mehr als zwei bis drei Verfahren-B-Berechnungen pro Woche anfallen, lohnt sich meist der Wechsel auf eine bezahlte Lösung.
Kostenpflichtige Profi-Software im Vergleich
ZVPLAN von ConSoft startet bei 390 Euro für das Basispaket. Updates kosten ab 145 Euro, einzelne Module ab 120 Euro, eine Abo-Option ist bereits ab 15 Euro im Monat erhältlich (Streit Software, 2026). Damit zählt es zu den günstigeren Profi-Lösungen für Verfahren B mit integrierter mobiler App.
Am oberen Ende der Preisskala steht DDScad SHKL mit rund 2.000 Euro netto für die Vollversion. Dafür bekommst du 3D-Modellierung und Echtzeit-Vernetzung mit anderen Gewerken. Das zahlt sich vor allem bei größeren Neubauprojekten mit mehreren Beteiligten aus, statt nur bei der reinen Einzelraum-Berechnung.
mh-RohrSYS setzt auf ein modulabhängiges Abo-Modell und kombiniert Heizlastberechnung mit der eigentlichen Abgleichsberechnung in einem Werkzeug. Das spart einen Systemwechsel, wenn du ohnehin Heizlasten nach DIN EN 12831 berechnest. Mehr dazu liest du in unserem Vergleich der Heizlastberechnung-Kosten.
Welche Lösung sich rechnet, hängt von der Zahl der Verfahren-B-Berechnungen pro Jahr ab. Bei einer niedrigen einstelligen Zahl amortisiert sich eine 2.000-Euro-Lizenz selten. Bei mehreren Projekten pro Monat sieht die Rechnung meist anders aus. Das gilt vor allem, wenn mehrere Mitarbeitende gleichzeitig kalkulieren und eine feste Nutzergrenze sonst zum Engpass wird.
Verfahren A oder Verfahren B: Welche Software brauchst du für die BEG-Förderung?
Für Förderanträge ab dem 1. Januar 2023 ist ausschließlich Verfahren B für die BEG-Förderung zulässig (VdZ, 2023). Verfahren A, das mit vereinfachten Erfahrungswerten arbeitet, reicht seitdem für keinen Förderantrag mehr aus, selbst wenn die Software beide Verfahren anbietet.
Der technische Unterschied liegt in der Berechnungstiefe. Verfahren A schätzt auf Basis von Gebäudetyp und Baujahr, begrenzt auf 500 Quadratmeter Wohn- oder Nutzfläche je Heizkreis. Verfahren B berechnet dagegen jeden Raum einzeln nach DIN EN 12831, mit individuellen Vorlauf- und Rücklauftemperaturen, Pumpenförderhöhe und Thermostatventil-Voreinstellung. Mehr zu den konkreten Rechenschritten liest du in unserem Beitrag zum hydraulischen Abgleich nach Verfahren B für SHK-Betriebe.
Achte beim Softwarekauf deshalb gezielt darauf, ob Verfahren B raumweise rechnet oder nur eine vereinfachte Variante davon anbietet. Manche Billigtools werben mit "Verfahren B", liefern aber keine vollständige raumweise Heizlast. Für die BEG-Förderung reicht das nicht aus, selbst wenn das Ergebnis auf den ersten Blick plausibel wirkt.
Ein weiterer Punkt betrifft Bestandsanlagen, die mit einer Wärmepumpe nachgerüstet werden. Hier verlangt die Auslegung niedrigere Vorlauftemperaturen als bei einer alten Gas- oder Ölheizung, was die raumweise Berechnung nach Verfahren B noch wichtiger macht. Ob vorhandene Heizkörper dafür überhaupt geeignet sind, lässt sich mit unserem Beitrag zu Niedertemperatur-Heizkörpern vorab klären.
Digitale Dokumentation: VdZ-Formular und Übergabe ans BAFA
Der VdZ hat gemeinsam mit KfW und BAFA drei offizielle Formulare für die Dokumentation des hydraulischen Abgleichs entwickelt. Zuletzt aktualisiert wurden sie im April 2021 und Ende 2023 (VdZ, 2023). Gute Software füllt diese Formulare direkt aus den Berechnungsdaten aus, statt dass du Werte manuell übertragen musst.
Dokumentiert werden müssen dabei das gewählte Verfahren, die berechneten Vorlauf- und Rücklauftemperaturen, die Pumpenförderhöhe sowie jede einzelne Thermostatventil-Voreinstellung. Nach Abschluss der Arbeiten übergibst du das ausgefüllte Formular an die Eigentümerin oder den Eigentümer, die es wiederum für Energieberatung, KfW oder BAFA benötigen.
Wichtig für die Förderfähigkeit: Die Heizungsanlage muss zum Zeitpunkt der Beauftragung mindestens zwei Jahre installiert sein. Die Registrierung bei der BAFA muss zudem vor Auftragsvergabe erfolgen (co2online, 2026). Software mit digitaler PDF-Ausgabe erspart dir hier einen zusätzlichen Arbeitsschritt, wenn Kundinnen und Kunden das Formular für den Förderantrag brauchen.
Die Fördersätze selbst liegen bei 15 Prozent der förderfähigen Ausgaben im Standardfall und bei 20 Prozent, wenn ein individueller Sanierungsfahrplan vorliegt (co2online, 2026). Gefördert werden Beträge zwischen mindestens 300 Euro und maximal 60.000 Euro je Wohneinheit, das Programm läuft nach aktuellem Stand bis zum 31. Dezember 2030. Für deinen Betrieb heißt das: Eine saubere, softwaregestützte Dokumentation ist kein Bonus, sondern die Voraussetzung dafür, dass deine Kundschaft diese Förderung überhaupt abrufen kann.
Welche Software passt zu deinem Betrieb?
Für Betriebe, die überwiegend Einfamilienhäuser betreuen, reicht in unserer Erfahrung ein kostenloses Tool wie EasyPlan meist aus. Das gilt vor allem, wenn selten mehr als eine Handvoll Verfahren-B-Berechnungen im Monat anfallen. Der Umstieg auf eine kostenpflichtige Lösung lohnt sich erst, wenn Mehrfamilienhäuser, mehrere gleichzeitige Baustellen oder ein wachsendes Team dazukommen.
Betriebe mit hohem Wärmepumpen-Anteil im Auftragsbuch profitieren dagegen stärker von integrierten Lösungen wie mh-RohrSYS, die Heizlast und Abgleich in einem Arbeitsschritt berechnen. Der Grund: 2025 wurden 299.000 Wärmepumpen verkauft, ein Zuwachs von 55 Prozent gegenüber dem Vorjahr (Bundesverband Wärmepumpe, 2025). Dieses Auftragssegment wächst spürbar, und mit ihm die Zahl der fälligen Verfahren-B-Nachweise.
Ein dritter Anhaltspunkt ist die Anzahl der Personen, die parallel kalkulieren. Nutzerbegrenzungen wie bei OVplan oder EasyPlan werden erst zum Problem, sobald mehrere Kolleginnen und Kollegen gleichzeitig an unterschiedlichen Projekten arbeiten. Dann lohnt sich meist der Wechsel zu einer Lizenz ohne feste Nutzergrenze, auch wenn die laufenden Kosten dadurch steigen.
Auch die passende Heizkörperauslegung gehört in diese Überlegung: Wer ohnehin regelmäßig Heizkörper für den Wärmepumpenbetrieb neu dimensioniert, profitiert von Software, die beide Berechnungsschritte verknüpft. Details dazu findest du in unserer Anleitung zur Heizkörperauslegung.
Häufig gestellte Fragen zur Software für den hydraulischen Abgleich
Welche Software für den hydraulischen Abgleich ist für Installateure geeignet?
Für einzelne Einfamilienhäuser reichen kostenlose Tools wie EasyPlan oder OVplan, die beide Verfahren A und B abdecken (Streit Software, 2026). Betriebe mit höherem Auftragsvolumen oder Mehrfamilienhäusern fahren meist besser mit kostenpflichtiger Software wie ZVPLAN oder mh-RohrSYS.
Kann ich den hydraulischen Abgleich digital dokumentieren und ans BAFA übergeben?
Ja. Die offiziellen VdZ-Formulare für Einzelmaßnahmen, KfW-Effizienzhäuser und Nichtwohngebäude lassen sich mit passender Software direkt aus den Berechnungsdaten befüllen (VdZ, 2023). So entfällt die manuelle Übertragung der Werte in ein separates Formular.
Welche Daten brauche ich für das VdZ-Formular?
Das Formular verlangt das gewählte Verfahren, berechnete Vorlauf- und Rücklauftemperaturen, die Pumpenförderhöhe sowie jede Thermostatventil-Voreinstellung je Raum (VdZ, 2023). Diese Werte liefert eine Verfahren-B-Software automatisch aus der raumweisen Berechnung.
Wann ist Verfahren B für die BEG-Förderung verpflichtend?
Seit dem 1. Januar 2023 wird für BEG-Förderanträge ausschließlich Verfahren B anerkannt, Verfahren A reicht nicht mehr aus (VdZ, 2023). Das gilt unabhängig davon, ob die Heizung mit Gas, Öl oder einer Wärmepumpe betrieben wird.
Was kostet professionelle Software für den hydraulischen Abgleich?
Die Preisspanne reicht von kostenlosen Tools bis zu rund 2.000 Euro netto für Vollversionen wie DDScad SHKL (Streit Software, 2026). Dazwischen liegen Abo-Modelle wie ZVPLAN ab 15 Euro im Monat, die sich besonders für kleinere Betriebe eignen.
Fazit
Die Wahl der richtigen Software hängt weniger vom Preis allein ab als von deinem Auftragsvolumen und der Gebäudegröße, die du typischerweise betreust. Kostenlose Tools decken die meisten Einfamilienhaus-Projekte ab, während wachsende Betriebe mit Mehrfamilienhäusern und mehreren Baustellen von integrierten, kostenpflichtigen Lösungen profitieren.
Prüfe vor dem Kauf gezielt, ob die Software Verfahren B vollständig raumweise nach DIN EN 12831 berechnet und die VdZ-Formulare direkt befüllt. Nur dann sparst du bei jedem Auftrag tatsächlich Zeit, statt Daten am Ende doch manuell zu übertragen. Wer zusätzlich die gesetzliche Grundlage kennen möchte, findet zusätzliche Informationen in unserem Beitrag zur Pflicht zum hydraulischen Abgleich.






