Die häufigste Frage vor dem Einbau einer Wärmepumpe: Funktionieren meine alten Heizkörper noch? Meistens ja. Hier erfährst du, was Niedertemperatur-Heizkörper sind, wie du prüfst, ob deine reichen, und wann sich ein Austausch lohnt.
Das Wichtigste in Kürze
- Niedertemperatur-Heizkörper geben schon bei 35 bis 50 Grad Vorlauf genug Wärme ab, normale Heizkörper sind für 70/55 Grad ausgelegt.
- Je niedriger die Vorlauftemperatur, desto effizienter läuft die Wärmepumpe.
- In rund 70 bis 80 Prozent der Bestandsgebäude reichen die vorhandenen Heizkörper, oft muss nur ein einzelner getauscht werden.
- Mit dem 50-Grad-Test prüfst du das an kalten Tagen selbst.
Was sind Niedertemperatur-Heizkörper?
Ein Niedertemperatur-Heizkörper, oft auch Wärmepumpenheizkörper genannt, gibt schon bei niedrigen Vorlauftemperaturen von etwa 35 bis 50 Grad genug Wärme ab. Klassische Heizkörper sind dagegen für 70 Grad Vorlauf und 55 Grad Rücklauf ausgelegt. Möglich macht das eine größere Wärmeübertragungsfläche, oft mit mehr Konvektionsblechen, und bei manchen Modellen zusätzlich kleine Ventilatoren.
Das ist für Wärmepumpen entscheidend: Ihre Effizienz steigt deutlich, je niedriger die Vorlauftemperatur ist. Eine Wärmepumpe arbeitet bei 35 Grad rund 14 Prozent effizienter als bei 55 Grad. Als Faustregel gilt ein Gebäude als gut geeignet, wenn die Vorlauftemperatur ganzjährig unter rund 55 Grad bleibt.
Welche Typen gibt es?
- Große Flachheizkörper: technisch wie normale Heizkörper, nur größer. Günstig und leise, brauchen aber Wandfläche.
- Gebläsekonvektoren: mit eingebautem Ventilator, dadurch hohe Leistung bei niedriger Vorlauftemperatur und auf Wunsch Kühlfunktion. Dafür ein leises Lüftergeräusch und etwas Stromverbrauch.
- Flächenheizung (Fußboden oder Wand): der ideale Niedertemperatur-Wärmeüberträger mit 30 bis 35 Grad. Effizient, aber im Bestand aufwendig nachzurüsten.
Reichen meine Heizkörper für eine Wärmepumpe?
Meistens ja. In etwa 70 bis 80 Prozent der Bestandsgebäude läuft eine Wärmepumpe wirtschaftlich mit den vorhandenen Heizkörpern. Besonders im Altbau sind die Heizkörper oft überdimensioniert, weil sie früher für hohe Temperaturen ausgelegt wurden, und haben deshalb Reserven. Entscheidend ist die raumweise Heizlast im Verhältnis zur Heizkörpergröße.
So machst du den 50-Grad-Test selbst: Senke an mehreren kalten Tagen, idealerweise unter null Grad, über die Heizkurve die Vorlauftemperatur auf höchstens 50 bis 55 Grad, öffne alle Thermostate voll und prüfe, ob jeder Raum warm wird. Voraussetzung ist eine witterungsgeführte Regelung mit Außenfühler. Klappt es, passen deine Heizkörper.
Geht der Test schief, müssen meist nur zwei bis vier kritische Heizkörper vergrößert oder durch Niedertemperatur- bzw. Gebläsemodelle ersetzt werden. Ein kompletter Austausch ist selten nötig. Oft hilft auch schon ein hydraulischer Abgleich.
Was kosten Niedertemperatur-Heizkörper?
Ein einzelner Niedertemperatur-Plattenheizkörper kostet als Gerät grob 290 bis 400 Euro und mehr, je nach Größe, also ähnlich viel wie ein normaler großer Heizkörper. Gebläsekonvektoren liegen je nach Leistung bei rund 200 bis 1.000 Euro pro Einheit. Dazu kommt der Einbau, der regional unterschiedlich ausfällt. Den gezielten Tausch weniger Heizkörper bekommst du deutlich günstiger als eine nachträgliche Fußbodenheizung.
Häufige Fragen
Brauche ich für die Wärmepumpe neue Heizkörper?
Meist nicht. In rund 70 bis 80 Prozent der Bestandsgebäude reichen die vorhandenen Heizkörper, nötig ist allenfalls der Tausch einzelner zu kleiner Heizkörper.
Wie erkenne ich, ob meine Heizkörper passen?
Mit dem 50-Grad-Test: an kalten Tagen die Vorlauftemperatur auf höchstens 50 bis 55 Grad absenken, alle Thermostate voll öffnen und prüfen, ob alle Räume warm werden.
Was ist der Unterschied zu normalen Heizkörpern?
Niedertemperatur-Heizkörper geben dank größerer Fläche und oft Lüfter schon bei 35 bis 45 Grad genug Wärme ab. Normale Heizkörper sind für 70/55 Grad ausgelegt.
Was kostet ein Wärmepumpenheizkörper?
Plattenmodelle ab rund 290 bis 400 Euro pro Stück, Gebläsekonvektoren rund 200 bis 1.000 Euro, jeweils plus Einbau.
Lohnt sich der Heizkörpertausch statt einer Fußbodenheizung?
In der Regel ja. Der gezielte Tausch einzelner Heizkörper ist günstiger und weniger aufwendig als eine nachträgliche Fußbodenheizung.





