Im Jahr 2025 wurden in Deutschland 299.000 Wärmepumpen verkauft — ein Anstieg von 55 % gegenüber dem Vorjahr. Damit ist die Wärmepumpe erstmals die meistverkaufte Heiztechnologie in Deutschland. Doch hinter dieser Zahl verbirgt sich eine entscheidende Herausforderung: Rund 80 % des deutschen Gebäudebestands sind Altbauten, die vor 1979 errichtet wurden. Diese Gebäude verfügen über Heizkörper, die für Vorlauftemperaturen von 70–80 °C ausgelegt sind — ein Wert, der für klassische Wärmepumpen weit außerhalb des optimalen Betriebsbereichs liegt.
Für Installateure und SHK-Fachbetriebe ist der Altbaumarkt die größte Chance des Jahrzehnts — aber auch das technisch anspruchsvollste Segment. Wer hier die richtigen Kompetenzen aufbaut, sichert sich einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil. Dieser Leitfaden vermittelt Ihnen alles, was Sie für die professionelle Planung, Dimensionierung und den Verkauf von Wärmepumpenprojekten im Bestandsgebäude benötigen: von der Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 über den Heizkörpercheck bis hin zur BEG-Förderung und dem hydraulischen Abgleich.
Die Kombination aus GEG-Anforderungen, auslaufenden Übergangsfristen und attraktiven BEG-Fördersätzen von bis zu 70 % schafft eine Marktsituation, die es in dieser Form noch nie gegeben hat. Installateure, die jetzt in technische Kompetenz für den Altbau investieren, werden in den nächsten zehn Jahren die dominante Marktposition in ihrer Region aufbauen.
Warum der Altbau die größte Chance für Installateure ist
Deutschland hat rund 19 Millionen Gasheizungen im Bestand — davon befinden sich etwa 14 Millionen in Gebäuden, die vor 1980 errichtet wurden. Diese Anlagen sind technisch veraltet, energetisch ineffizient und stehen unter zunehmendem regulatorischem Druck. Das GEG 2024 schreibt vor, dass neue Heizungsanlagen zu mindestens 65 % mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen. Die Übergangsfristen laufen je nach Gemeindegröße zwischen 2026 und 2029 aus — der Handlungsdruck für Eigentümer wächst damit erheblich.
Die BEG-Förderung des BAFA macht Wärmepumpen auch im Altbau finanziell attraktiv: Mit Fördersätzen von 30 bis 70 % der förderfähigen Investitionskosten können Eigentümer einen erheblichen Teil der Investition durch staatliche Zuschüsse abdecken. Für Installateure bedeutet das: Der Markt ist vorhanden, die Nachfrage wächst, und die Finanzierbarkeit ist durch Förderung gesichert. Der entscheidende Engpass ist technische Kompetenz — und genau hier liegt Ihr Wettbewerbsvorteil.
Der Installateur, der die Altbau-Wärmepumpeninstallation beherrscht — von der korrekten Heizlastberechnung über den Heizkörpercheck bis zur BEG-Antragsstellung — hat einen Wettbewerbsvorteil, der mindestens zehn Jahre trägt. Denn dieser Markt wird nicht kleiner: Er wächst mit jedem Jahr, in dem die Übergangsfristen näher rücken.
Das Marktpotenzial in Zahlen
Die folgende Tabelle zeigt das Marktpotenzial nach Gebäudesegment — mit realistischen Einschätzungen zur Wärmepumpeneignung und typischen Auftragswerten für Ihren Betrieb:
| Gebäudesegment | Anzahl Gebäude | WP-Eignung | Ø Auftragswert |
| Altbau mit Heizkörpern, gute Dämmung | ~4 Mio. | Hoch | €15.000–25.000 |
| Altbau mit Heizkörpern, schlechte Dämmung | ~6 Mio. | Mittel (Hybrid) | €12.000–20.000 |
| Altbau mit Fußbodenheizung | ~2 Mio. | Sehr hoch | €12.000–18.000 |
| Neubau | ~3 Mio. | Sehr hoch | €10.000–15.000 |
Schritt 1 — Die Heizlastberechnung nach DIN EN 12831
Die Heizlastberechnung ist das Fundament jeder professionellen Wärmepumpenplanung. Sie ist nicht optional: Die BEG-Förderung setzt eine korrekte Heizlastberechnung voraus, und eine Überdimensionierung der Wärmepumpe kostet Ihren Kunden unnötig Geld — bei gleichzeitig schlechterer Effizienz durch Kurztaktbetrieb. Eine Unterdimensionierung führt zu Komfortproblemen und Reklamationen. Beides schadet Ihrer Reputation als Fachbetrieb.
Grundsätzlich unterscheidet man zwei Methoden: die vereinfachte Überschlagsrechnung für die schnelle Ersteinschätzung beim Kundengespräch und die vollständige Berechnung nach DIN EN 12831 für die verbindliche Planung und BEG-Antragstellung. Beide Methoden haben ihren Platz im professionellen Planungsprozess.
Die vereinfachte Heizlastberechnung für die Ersteinschätzung
Für die schnelle Ersteinschätzung beim Vor-Ort-Termin eignet sich die Überschlagsformel:
Q_HL = A_beheizt × q_spez × f_Klimazone
Dabei ist A_beheizt die beheizte Wohnfläche in m², q_spez die spezifische Heizlast in W/m² (abhängig vom Gebäudetyp) und f_Klimazone ein Korrekturfaktor für die geografische Lage (0,9 für milde Lagen wie Hamburg, 1,0 für mittlere Lagen, 1,1–1,2 für alpine Lagen). Die folgende Tabelle gibt Richtwerte für typische Altbautypen:
| Gebäudetyp | Spez. Heizlast (W/m²) | Beispiel 150 m² |
| Altbau unsaniert (vor 1960) | 120–180 W/m² | 18–27 kW |
| Altbau teilsaniert (1960–1980) | 80–120 W/m² | 12–18 kW |
| Altbau gut saniert (nach 1980) | 50–80 W/m² | 7,5–12 kW |
| Neubau KfW 55 | 30–50 W/m² | 4,5–7,5 kW |
Wichtig: Diese Werte sind Richtwerte für die Ersteinschätzung. Für die verbindliche Planung und BEG-Antragstellung ist immer die vollständige Berechnung nach DIN EN 12831 erforderlich.
Die vollständige Berechnung nach DIN EN 12831
Die vollständige Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 ist für die BEG-Förderung und die professionelle Planung zwingend erforderlich. Sie liefert raumweise Heizlasten, die Gesamtheizlast des Gebäudes und — entscheidend für die Wärmepumpenplanung — die erforderliche Auslegungsvorlauftemperatur. Die wichtigsten Eingabeparameter sind:
- Gebäudegeometrie: Grundfläche, Geschosshöhen, Fensterflächen je Orientierung
- U-Werte von Außenwänden, Dach/Decke, Bodenplatte und Fenstern
- Klimazone und Normaußentemperatur (z. B. -12 °C für München, -10 °C für Frankfurt)
- Lüftungswärmeverluste (Infiltration, kontrollierte Lüftung)
- Wärmebrücken (pauschaler Zuschlag oder detaillierte Berechnung)
Für die Durchführung der DIN EN 12831-Berechnung stehen Ihnen professionelle Softwaretools zur Verfügung: Reonic, SOLAR-COMPUTER, GEO und Hottgenroth sind die in der Praxis am häufigsten eingesetzten Lösungen. Das Ergebnis der Berechnung ist eine raumweise Heizlast, die Gesamtheizlast des Gebäudes sowie die Auslegungsvorlauftemperatur — die Grundlage für alle weiteren Planungsschritte.
Schritt 2 — Der Heizkörpercheck: Funktioniert die Wärmepumpe mit den vorhandenen Heizkörpern?
Die kritische Frage bei jedem Altbau-Wärmepumpenprojekt lautet: Können die vorhandenen Heizkörper bei den niedrigeren Vorlauftemperaturen einer Wärmepumpe (35–55 °C) noch ausreichend Wärme abgeben? Diese Frage systematisch zu beantworten ist eine der wichtigsten Kompetenzen, die Sie als Altbau-Spezialist entwickeln müssen. Denn die Antwort bestimmt, ob ein Projekt monovalent, bivalent oder mit Heizkörpertausch realisiert werden kann — und damit direkt den Auftragswert und die Kundenzufriedenheit.
Wie Heizkörper bei niedrigeren Vorlauftemperaturen arbeiten
Die Wärmeleistung eines Heizkörpers ist nicht linear von der Vorlauftemperatur abhängig — sie folgt einer Potenzfunktion. Die physikalische Grundformel lautet:
P(T_VL) = P_nominal × ((T_VL − T_Raum) / (T_VL_nominal − T_Raum_nominal))^1,3
Ein konkretes Rechenbeispiel verdeutlicht die Auswirkungen: Ein Heizkörper mit einer Nennleistung von 1.000 W bei 70/55/20 °C (Vorlauf/Rücklauf/Raumtemperatur) liefert bei 50/40/20 °C nur noch:
P = 1.000 W × (30/50)^1,3 = 1.000 W × 0,54 = 540 W
Das bedeutet: Bei einer Absenkung der Vorlauftemperatur von 70 °C auf 50 °C verliert dieser Heizkörper rund 46 % seiner Nennleistung. Die praktische Faustregel lautet: Heizkörper, die für 70 °C ausgelegt wurden, können bei 50 °C noch ausreichend Wärme liefern, wenn sie mindestens 40 % überdimensioniert sind — also wenn die installierte Nennleistung mindestens 40 % über der tatsächlich benötigten Raumheizlast liegt. Diese Überdimensionierung ist in vielen Altbauten tatsächlich vorhanden, weil Heizkörper früher großzügiger ausgelegt wurden.
Checkliste Heizkörpercheck vor Ort
Führen Sie beim Vor-Ort-Termin systematisch folgende Schritte durch:
- Alle Heizkörpertypen und -größen erfassen: Länge × Höhe × Tiefe, Typ (Plattenheizkörper, Gliederheizkörper, Gussheizkörper), Baujahr falls erkennbar
- Aktuelle Thermostateinstellungen und Raumtemperaturen notieren — Hinweise auf Unterversorgung einzelner Räume
- Aktuelle Vorlauftemperatur messen: Thermometer an die Vorlaufleitung halten oder Kesselregler ablesen — typisch 65–75 °C bei alten Gasheizungen
- Erforderliche Leistung bei Ziel-Vorlauftemperatur berechnen: Nennleistung aus Herstellerdaten oder Tabellen entnehmen, dann mit der Potenzformel auf die Zieltemperatur umrechnen
- Unterdimensionierte Heizkörper identifizieren: Räume markieren, in denen die Heizkörperleistung bei Zieltemperatur unter der Raumheizlast liegt — diese sind Kandidaten für Austausch oder Ergänzung
Wann müssen Heizkörper getauscht werden?
Die folgende Tabelle gibt Ihnen eine klare Entscheidungsgrundlage für die häufigsten Szenarien:
| Szenario | Empfehlung | Kostenauswirkung |
| Heizkörper ≥40 % überdimensioniert | Keine Änderung nötig, VL 45–50 °C möglich | €0 |
| Leicht unterdimensioniert | Plattenheizkörper-Elemente ergänzen | €200–400 pro Raum |
| Stark unterdimensioniert | Ersetzen durch größere HK oder Gebläsekonvektoren | €400–800 pro Raum |
| Alte Gussheizkörper | Oft überdimensioniert — sorgfältig prüfen vor Austauschempfehlung | Prüfung erforderlich |
Ein wichtiger Hinweis zu Gussheizkörpern: Diese alten Heizkörper haben aufgrund ihrer großen Oberfläche und Masse oft eine deutlich höhere Nennleistung als moderne Plattenheizkörper gleicher Größe. Empfehlen Sie den Austausch von Gussheizkörpern erst nach sorgfältiger Prüfung — in vielen Fällen sind sie für den Wärmepumpenbetrieb besser geeignet als zunächst angenommen.
Schritt 3 — Dimensionierung der Wärmepumpe
Das zentrale Prinzip der Wärmepumpendimensionierung im Altbau lautet: Legen Sie die Wärmepumpe auf 80–90 % der Spitzenlast aus, nicht auf 100 %. Der bivalente Betrieb deckt die verbleibenden Spitzenlasten an den kältesten Tagen des Jahres ab — und das sind statistisch nur wenige Stunden pro Jahr. Eine Überdimensionierung auf 100 % der Spitzenlast führt zu einer deutlich größeren und teureren Wärmepumpe, die im Normalbetrieb im ineffizienten Kurztaktbetrieb läuft.
Monovalent vs. bivalent — was ist besser im Altbau?
Die Wahl zwischen monovalentem und bivalentem Betrieb ist eine der wichtigsten Planungsentscheidungen im Altbau. Hier sind die drei relevanten Betriebskonzepte im Vergleich:
- Monovalent: Die Wärmepumpe deckt 100 % des Wärmebedarfs ab — auch an den kältesten Tagen. Das erfordert eine größere Wärmepumpe und höhere Investitionskosten, ist aber im gut sanierten Altbau und bei Fußbodenheizung oft die beste Lösung.
- Bivalent-parallel: Wärmepumpe und Zusatzheizung (Elektroheizstab oder Gaskessel) laufen gleichzeitig bei sehr tiefen Außentemperaturen. Kleinere Wärmepumpe, niedrigere Investitionskosten — gute Lösung für Altbauten mit hohem Wärmebedarf.
- Bivalent-alternativ: Unterhalb des Bivalenzpunkts übernimmt der Gaskessel die gesamte Wärmeversorgung, die Wärmepumpe schaltet ab. Die häufigste Lösung im unsanierten Altbau — ermöglicht die Nutzung der vorhandenen Gasheizung als Backup.
Empfehlung für den Altbau: Ein bivalenter Betrieb mit einem Bivalenzpunkt zwischen -5 °C und -10 °C deckt 95–98 % der jährlichen Heizstunden mit der Wärmepumpe ab. Die verbleibenden 2–5 % der Heizstunden — die kältesten Tage des Jahres — werden durch die Zusatzheizung abgedeckt. Das Ergebnis: eine kleinere, günstigere Wärmepumpe mit optimaler Effizienz im Normalbetrieb.
Dimensionierungstabelle für den Altbau
| Gebäudetyp | Beheizte Fläche | Klimazone | Empf. WP-Größe (kW) | Bivalenzpunkt |
| Altbau unsaniert | 150 m² | Zone 3 (Frankfurt) | 12–15 kW | -5 °C |
| Altbau teilsaniert | 150 m² | Zone 3 (Frankfurt) | 8–12 kW | -7 °C |
| Altbau gut saniert | 150 m² | Zone 3 (Frankfurt) | 6–9 kW | Monovalent möglich |
| Altbau unsaniert | 200 m² | Zone 4 (München) | 16–20 kW | -5 °C |
Vorlauftemperatur und COP im Altbau
Die Vorlauftemperatur ist der wichtigste Effizienzparameter einer Wärmepumpenanlage. Jede Absenkung der Vorlauftemperatur um 10 °C verbessert den COP um 15–20 %. Die folgende Tabelle zeigt die Auswirkungen auf Effizienz und Betriebskosten für ein typisches Altbau-Einfamilienhaus (150 m², Klimazone 3):
| Vorlauftemperatur | COP (A7/W35) | COP (A-7/W55) | Jährl. Energiekosten (150 m², Zone 3) |
| 35 °C | 4,5 | 3,0 | ca. €800 |
| 45 °C | 3,8 | 2,5 | ca. €950 |
| 55 °C | 3,2 | 2,0 | ca. €1.150 |
| 65 °C (HT-WP) | 2,8 | 1,8 | ca. €1.350 |
Die Kernbotschaft für Ihre Kundenberatung: Jede Investition in die Absenkung der Vorlauftemperatur — sei es durch Heizkörpertausch, Dämmmaßnahmen oder hydraulischen Abgleich — zahlt sich direkt in niedrigeren Betriebskosten aus. Ein Kunde, der von 55 °C auf 45 °C Vorlauftemperatur wechseln kann, spart jährlich rund €200 an Energiekosten — über 20 Jahre sind das €4.000.
Schritt 4 — BEG-Förderung: Bis zu 70 % für Altbau-Projekte
Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) ist das zentrale Förderprogramm für Wärmepumpen in Deutschland. Sie wird über das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) abgewickelt und kann bei Altbau-Projekten Fördersätze von bis zu 70 % der förderfähigen Investitionskosten erreichen. Für Installateure ist die BEG-Förderung ein entscheidendes Verkaufsargument — und gleichzeitig ein Prozess, der professionell gemanagt werden muss, um Fehler zu vermeiden.
Die Fördersätze 2026 im Überblick
| Bonusart | Satz | Bedingung |
| Basisförderung | 30 % | Alle Antragsteller |
| Klima-Geschwindigkeitsbonus | +20 % | Austausch von Öl-/Gas-/Nachtspeicherheizung |
| Einkommensbonus | +30 % | Haushaltseinkommen ≤ 40.000 €/Jahr |
| Effizienzbonus | +5 % | Natürliches Kältemittel (R290) oder Wasser/Sole-WP |
| Maximum | 70 % | Basis + Geschwindigkeit + Einkommen |
| Förderfähige Kosten | bis €30.000 | Einfamilienhäuser |
| Maximale Förderung | €21.000 | 70 % × €30.000 |
Für Ihre Kundenberatung bedeutet das: Ein Altbau-Eigentümer, der eine Gasheizung durch eine Wärmepumpe mit natürlichem Kältemittel ersetzt und ein Haushaltseinkommen unter 40.000 € hat, kann theoretisch 70 % der förderfähigen Kosten erstattet bekommen — bei einem Investitionsvolumen von €30.000 sind das €21.000 Förderung. Selbst ohne Einkommensbonus sind 50–55 % Förderung für die meisten Altbau-Eigentümer erreichbar.
Neue Anforderung ab Januar 2026: Geräuschgrenzwert
Ab dem 1. Januar 2026 gilt eine neue Anforderung für die BEG-Förderung von Luft-Wasser-Wärmepumpen: Das Außengerät muss einen Schallleistungspegel aufweisen, der mindestens 10 dB unter dem gesetzlichen Grenzwert liegt. Diese Anforderung hat direkte Auswirkungen auf Ihre Produktauswahl: Nicht jede Wärmepumpe, die heute auf dem Markt ist, erfüllt diese Anforderung.
Praktische Konsequenz: Prüfen Sie vor jeder Produktspezifikation das Datenblatt des Herstellers auf den Schallleistungspegel und vergleichen Sie diesen mit den BEG-Anforderungen. Geräte, die die neue Anforderung erfüllen, sind unter anderem der Vaillant aroTHERM plus, der Bosch CS7400i und die Daikin Altherma 3 — prüfen Sie jedoch immer die aktuellen Herstellerangaben, da sich Produktspezifikationen ändern können.
Die BEG-Antragsprozedur Schritt für Schritt
Der BEG-Antragsprozess ist klar strukturiert — aber er verzeiht keine Fehler. Besonders der zeitliche Ablauf ist kritisch:
- Energieeffizienz-Experten (EEE) beauftragen — die Einbindung eines zugelassenen EEE ist für die BEG-Förderung Pflicht
- Bestätigung zum Antrag (BzA) vom EEE einholen — dieser Schritt muss zwingend VOR Baubeginn erfolgen
- Antrag bei BAFA stellen über das Online-Portal — mit BzA und allen erforderlichen Unterlagen
- Installation durchführen — erst nach Antragstellung und Bewilligung darf mit den Arbeiten begonnen werden
- Bestätigung nach Durchführung (BnD) vom EEE einholen — nach Abschluss der Installation
- Verwendungsnachweis bei BAFA einreichen — mit BnD, Rechnungen und allen Nachweisdokumenten
- Auszahlung — typisch 4–8 Wochen nach vollständiger Einreichung des Verwendungsnachweises
Kritische Warnung: Die Bestätigung zum Antrag (BzA) muss zwingend VOR Baubeginn vorliegen. Nachträgliche Anträge werden vom BAFA ohne Ausnahme abgelehnt. Wenn Ihr Kunde bereits mit den Arbeiten begonnen hat, bevor die BzA vorliegt, verliert er den gesamten Förderanspruch — bis zu €21.000. Machen Sie diesen Punkt in jedem Kundengespräch unmissverständlich klar.
Schritt 5 — Hydraulischer Abgleich: Pflicht und Qualitätsmerkmal
Der hydraulische Abgleich ist für die BEG-Förderung verpflichtend — und zwar das anspruchsvollere Verfahren B, nicht das vereinfachte Verfahren A. Aber der hydraulische Abgleich ist mehr als eine Fördervoraussetzung: Er ist ein echtes Qualitätsmerkmal, das die Systemperformance messbar verbessert. Ein korrekt durchgeführter hydraulischer Abgleich ermöglicht eine gleichmäßige Wärmeverteilung im gesamten Gebäude, eine niedrigere Vorlauftemperatur (und damit bessere COP-Werte) und Energieeinsparungen von 10–15 % gegenüber einem nicht abgeglichenen System.
Verfahren B im Altbau — Schritt für Schritt
- Tatsächliche Heizlast pro Raum ermitteln — aus der DIN EN 12831-Berechnung oder durch Messung
- Erforderlichen Volumenstrom pro Heizkörper berechnen — aus Heizlast und Temperaturspreizung (typisch 5–10 K bei Wärmepumpen)
- Voreinstellung der Thermostatventile setzen — Kv-Wert entsprechend dem berechneten Volumenstrom einstellen
- Pumpendrehzahl anpassen — auf den minimalen Differenzdruck, der alle Heizkörper noch ausreichend versorgt
- Dokumentieren und an Kunden übergeben — vollständige Dokumentation aller Einstellungen als Nachweis für BAFA und als Servicedokument
Kosten und Abrechnungsmöglichkeit: Der hydraulische Abgleich nach Verfahren B kostet für ein typisches Einfamilienhaus €500–1.500. Er ist eine separat abrechenbare Fachleistung — typische Abrechnungspreise liegen bei €800–1.200. Positionieren Sie den hydraulischen Abgleich als eigenständige Qualitätsleistung, nicht als Nebenleistung zur Wärmepumpeninstallation.
Typische Planungsfehler im Altbau — und wie Sie sie vermeiden
Die folgenden fünf Planungsfehler sind in der Praxis besonders häufig — und besonders teuer. Jeder dieser Fehler ist vermeidbar, wenn Sie die richtigen Prozesse etablieren.
Fehler 1: Überdimensionierung der Wärmepumpe
- Folge: Kurztaktbetrieb, reduzierte Effizienz, erhöhter Verschleiß der Kompressoren, Kundenbeschwerden über ungleichmäßige Raumtemperaturen
- Lösung: Wärmepumpe auf 80–90 % der Spitzenlast auslegen, bivalenten Backup für Extremkälte nutzen
Fehler 2: Heizkörperkompatibilität nicht geprüft
- Folge: Kundenbeschwerden über kalte Räume nach der Installation, teure Nachrüstungen auf Kosten des Betriebs, Reputationsschaden
- Lösung: Systematischer Heizkörpercheck vor jedem Projekt — als fester Bestandteil des Planungsprozesses
Fehler 3: BzA vergessen vor Baubeginn
- Folge: Verlust der gesamten BEG-Förderung — der Kunde verliert bis zu €21.000, die Kundenbeziehung ist dauerhaft beschädigt
- Lösung: BzA ist Schritt 1 — immer, ohne Ausnahmen. Kein Baubeginn ohne vorliegende BzA.
Fehler 4: Neue Geräuschanforderung ignoriert (ab Januar 2026)
- Folge: Das spezifizierte Gerät ist nicht BEG-förderfähig — der Kunde verliert die Förderung, Sie verlieren den Auftrag oder müssen auf eigene Kosten tauschen
- Lösung: Immer den Schallleistungspegel aus dem Herstellerdatenblatt gegen die aktuellen BEG-Anforderungen prüfen — vor jeder Produktspezifikation
Fehler 5: Kein hydraulischer Abgleich
- Folge: BEG-Förderung wird abgelehnt, schlechte Systemperformance, ungleichmäßige Wärmeverteilung, höhere Betriebskosten für den Kunden
- Lösung: Hydraulischen Abgleich nach Verfahren B immer in den Projektumfang aufnehmen — als Pflichtleistung, nicht als Option
Reonic: Altbau-Projekte professionell planen und anbieten
Die Komplexität der Altbau-Wärmepumpenplanung — Heizlastberechnung nach DIN EN 12831, Heizkörpercheck, Vorlauftemperatur-Modellierung, BEG-Förderberechnung, ROI-Analyse — ist genau das, was Reonic für Installateure automatisiert. Statt stundenlanger manueller Berechnungen und Tabellenkalkulationen erledigt Reonic diese Aufgaben in Minuten — direkt beim Kundengespräch.
Mit Reonic können Sie als Installateur:
- Heizlast aus Gebäudedaten in Minuten berechnen — ohne manuelle DIN EN 12831-Berechnung
- COP bei verschiedenen Vorlauftemperaturen modellieren — und dem Kunden die Auswirkungen auf die Betriebskosten direkt zeigen
- Heizkörperkompatibilität automatisch prüfen — mit Empfehlungen für Tausch oder Ergänzung
- Exakte BEG-Förderung für die individuelle Kundensituation berechnen — mit allen anwendbaren Boni
- Professionelles Angebot mit allen Finanzdaten generieren — Gesamtinvestition, BEG-Förderbetrag, Nettokosten, jährliche Energieeinsparung vs. Gasheizung, Amortisationszeit
Das Reonic-Angebot zeigt dem Kunden alle relevanten Finanzdaten auf einen Blick: Gesamtinvestition, BEG-Förderbetrag, Nettokosten nach Förderung, jährliche Energieeinsparung gegenüber der alten Gasheizung und die Amortisationszeit — alles zugeschnitten auf sein spezifisches Gebäude und seine individuelle Fördersituation. Das ist kein generisches Angebot, sondern eine maßgeschneiderte Wirtschaftlichkeitsanalyse.
Der entscheidende Wettbewerbsvorteil: Der Installateur, der beim Altbau-Vor-Ort-Termin bereits mit einem auf das Gebäude zugeschnittenen Reonic-Angebot erscheint, gewinnt den Auftrag, bevor die Konkurrenz überhaupt ein Angebot schickt. In einem Markt, in dem Kunden oft Wochen auf Angebote warten, ist die sofortige Professionalisierung des Angebotsprozesses ein entscheidender Differenzierungsfaktor.
Reonic übernimmt darüber hinaus die Netzanmeldung digital — ein Prozess, der ohne digitale Unterstützung mehrere Stunden administrativen Aufwand pro Projekt bedeutet. Mit Reonic erledigen Sie die Netzanmeldung in wenigen Minuten und sparen so wertvolle Zeit, die Sie in weitere Projekte investieren können.
Fazit: Der Altbau ist das Jahrzehnt der Wärmepumpen-Installateure
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 14 Millionen Altbauten mit veralteten Heizungsanlagen, GEG-Druck mit auslaufenden Übergangsfristen bis 2029, BEG-Förderung von bis zu 70 % und ein Markt, der mit 55 % pro Jahr wächst. Der Altbau-Wärmepumpenmarkt ist die größte Chance in der deutschen Energiewende — und er ist noch lange nicht gesättigt.
Der Installateur, der heute in technische Kompetenz für Altbau-Projekte investiert — in die Beherrschung der Heizlastberechnung, des Heizkörperchecks, der bivalenten Dimensionierung und des BEG-Antragsprozesses — wird in den nächsten zehn Jahren die dominante Marktposition in seiner Region aufbauen. Denn dieser Markt belohnt Kompetenz: Kunden, die eine professionelle Beratung erhalten, empfehlen weiter. Und in einem Markt, der von Fachkräftemangel und langen Wartezeiten geprägt ist, ist Professionalität das stärkste Differenzierungsmerkmal.
Die Frage ist nicht, ob der Altbau-Wärmepumpenmarkt wächst — das ist sicher. Die Frage ist, welche Installateure von diesem Wachstum profitieren werden. Mit den richtigen Werkzeugen, den richtigen Prozessen und der richtigen technischen Kompetenz können Sie einer von ihnen sein.
Häufige Fragen zur Wärmepumpe im Altbau
Funktioniert eine Wärmepumpe in einem unsanierten Altbau?
Ja — mit der richtigen Planung und Dimensionierung. Im unsanierten Altbau empfiehlt sich in der Regel ein bivalenter Betrieb: Die Wärmepumpe deckt 95–98 % der jährlichen Heizstunden ab, eine Zusatzheizung übernimmt die Spitzenlast an den kältesten Tagen. Für Gebäude mit sehr hohem Wärmebedarf und bestehenden Heizkörpern bieten Hochtemperatur-Wärmepumpen (HT-WP) eine Lösung, die mit Vorlauftemperaturen von 65–75 °C arbeitet und damit mit den vorhandenen Heizkörpern kompatibel ist.
Muss ich alle Heizkörper tauschen?
Nicht zwingend. Ein systematischer Heizkörpercheck vor Ort zeigt, welche Heizkörper bei niedrigeren Vorlauftemperaturen noch ausreichend Wärme liefern. In vielen Altbauten sind die Heizkörper historisch überdimensioniert worden — diese können bei 45–50 °C Vorlauftemperatur weiterhin genutzt werden. Nur Heizkörper, die bei der Ziel-Vorlauftemperatur deutlich unter der Raumheizlast liegen, müssen getauscht oder ergänzt werden.
Wie hoch ist die BEG-Förderung für eine Wärmepumpe im Altbau?
Die BEG-Förderung beträgt 30–70 % der förderfähigen Investitionskosten, die bei Einfamilienhäusern auf €30.000 begrenzt sind. Die maximale Förderung beträgt damit €21.000 (70 % × €30.000). Den Höchstsatz von 70 % erreichen Eigentümer, die eine Öl- oder Gasheizung ersetzen (Klima-Geschwindigkeitsbonus +20 %) und ein Haushaltseinkommen unter €40.000 haben (Einkommensbonus +30 %). Ohne Einkommensbonus sind 50–55 % Förderung für die meisten Altbau-Eigentümer erreichbar.
Ist der hydraulische Abgleich Pflicht?
Ja. Der hydraulische Abgleich nach Verfahren B ist eine Pflichtvoraussetzung für die BEG-Förderung. Ohne nachgewiesenen hydraulischen Abgleich wird der Förderantrag abgelehnt. Darüber hinaus ist der hydraulische Abgleich auch aus technischen Gründen sinnvoll: Er ermöglicht eine gleichmäßige Wärmeverteilung, niedrigere Vorlauftemperaturen und Energieeinsparungen von 10–15 %.
Wie lange dauert eine Altbau-Wärmepumpen-Installation?
Eine typische Altbau-Wärmepumpeninstallation dauert 3–5 Arbeitstage, einschließlich hydraulischem Abgleich und Inbetriebnahme. Wenn Heizkörper getauscht werden müssen, verlängert sich die Installationszeit entsprechend — rechnen Sie für jeden Heizkörpertausch mit einem halben bis einem zusätzlichen Arbeitstag. Die Planung und BEG-Antragstellung im Vorfeld benötigt zusätzlich 1–2 Wochen, abhängig von der Verfügbarkeit des Energieeffizienz-Experten.
Welche Wärmepumpe eignet sich am besten für den Altbau?
Für die meisten Altbauten eignet sich eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit hoher Vorlauftemperaturkapazität (55–65 °C). Diese Geräte sind flexibel einsetzbar, haben niedrige Installationskosten und sind in der Regel BEG-förderfähig. Für sehr alte Gebäude mit hohem Wärmebedarf und Heizkörpern, die für 70–80 °C ausgelegt sind, bietet eine Hochtemperatur-Wärmepumpe (HT-WP, bis 75 °C Vorlauftemperatur) die beste Lösung — sie ermöglicht den Wärmepumpenbetrieb ohne Heizkörpertausch, hat aber einen niedrigeren COP als Standardgeräte. Sole-Wasser-Wärmepumpen bieten die höchste Effizienz, erfordern aber eine Erdwärmesonde oder Flächenkollektor und sind damit aufwändiger in der Installation.



