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Solarspitzengesetz 2025/2026 – Neue Regeln, Pflichten & Chancen für Betreiber und Installateure

Jana Khalil
am 09.01.26

Solarspitzengesetz 2026 – Die neue Grundlage für Photovoltaik, Netzstabilität und Wirtschaftlichkeit

Deutschland hat 2025 mit dem Solarspitzengesetz eines der wichtigsten energiepolitischen Reformgesetze der letzten Jahre verabschiedet. Ziel ist es, die immer häufiger auftretenden „Solarspitzen“ – also Produktionsüberschüsse an sonnigen Tagen – zu kontrollieren und das Stromnetz stabil und effizient zu halten.

Für Photovoltaik-Betreiber, Installateure, Energieberater und Gewerbebetriebe bringt dieses Gesetz neue Spielregeln, Pflichten – und große Chancen.

Das Gesetz greift ab Februar 2025, wird aber im Laufe von 2026 bundesweit verbindlich für alle neuen PV-Anlagen über 2 kWp.

Was ist das Solarspitzengesetz?

Das Solarspitzengesetz (offiziell Teil der Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes – EnWG 2025 und des EEG 2026) ist ein Instrument zur Netzstabilisierung.
Es soll sicherstellen, dass Deutschland trotz des massiven Photovoltaik-Ausbaus weiterhin verlässliche Stromversorgung und faire Marktbedingungen gewährleistet.

Konkret bedeutet das:
➡️ Strom, der über Bedarf hinaus produziert wird, soll nicht mehr voll vergütet werden.
➡️ Anlagen sollen intelligent steuerbar werden, um Überschüsse abzufangen.
➡️ Betreiber sollen Anreize zur Eigenverbrauchsoptimierung und Speichernutzung erhalten.

Warum das Solarspitzengesetz mehr ist als nur eine neue Vorschrift

Die Energiewende in Deutschland hat in den letzten Jahren enorm an Fahrt aufgenommen. Photovoltaikanlagen entstehen nicht mehr nur auf großen Freiflächen, sondern zunehmend auf Einfamilienhäusern, Gewerbedächern und Mehrfamilienhäusern. Solarstrom ist sauber, vergleichsweise günstig und politisch gewollt. Doch genau dieser Erfolg bringt neue technische Herausforderungen mit sich.

An sehr sonnigen Tagen produzieren tausende Anlagen gleichzeitig hohe Strommengen. Das führt zu sogenannten Einspeisespitzen, bei denen das Stromnetz an seine Belastungsgrenzen stößt. Transformatoren, Leitungen und Umspannwerke sind nicht überall auf diese gleichzeitige Überproduktion ausgelegt. Das Solarspitzengesetz ist daher keine willkürliche Einschränkung, sondern eine Reaktion auf reale physikalische Grenzen des Netzes.

Statt den Ausbau der Photovoltaik zu bremsen, verfolgt das Gesetz einen anderen Ansatz: Solarstrom soll intelligenter erzeugt, verteilt und genutzt werden. Genau hier beginnt ein grundlegender Wandel im Denken vieler Betreiber und Installateure.

Ziele des Solarspitzengesetzes

  1. Vermeidung von Überproduktion durch intelligente Steuerung
  2. Anpassung der Einspeisevergütung an Marktsignale
  3. Förderung des Eigenverbrauchs und Speicherausbaus
  4. Netzstabilisierung durch Smart Meter & Steuertechnik
  5. Integration von PV, Wärmepumpen und E-Mobilität in ein Smart Grid

Die wichtigsten Neuerungen im Überblick

BereichNeue Regelung (ab 2025/26)Ziel
EinspeisevergütungKeine Zahlung bei negativen StrompreisenNetzstabilität
Smart-Meter-Pflichtab 7 kWp, später ab 2 kWpSteuerbarkeit
Wirkleistungsbegrenzung60 % ohne Smart MeterNetzsicherheit
DirektvermarktungErleichtert ab 25 kWpMarketintegration
SpeicherförderungSteuerlich & BAFA-begünstigtEigenverbrauch
SteuerungseinheitenPflicht für neue PV-AnlagenEchtzeitregelung

Was bedeutet das Solarspitzengesetz für Betreiber?

Keine Vergütung bei negativen Strompreisen

Für Betreiber bedeutet das Solarspitzengesetz vor allem eines: ein Perspektivwechsel. Die reine Einspeisevergütung verliert weiter an Bedeutung. Stattdessen rückt der Eigenverbrauch in den Mittelpunkt. Solarstrom wird dann besonders wertvoll, wenn er direkt im eigenen Haushalt genutzt wird.

Viele neue Anlagen müssen technisch so ausgestattet sein, dass ihre Einspeiseleistung begrenzt oder dynamisch geregelt werden kann. Das kann auf den ersten Blick wie ein Nachteil wirken. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass diese Begrenzungen oft kaum spürbare Ertragseinbußen verursachen, wenn der Strom intelligent genutzt wird.

Batteriespeicher spielen dabei eine immer größere Rolle. Sie ermöglichen es, überschüssigen Solarstrom zwischenzuspeichern und abends oder nachts zu verbrauchen. Auch Wärmepumpen, Warmwasserspeicher und Wallboxen für Elektroautos lassen sich gezielt dann betreiben, wenn viel Solarstrom verfügbar ist. So wird aus einer klassischen Solaranlage Schritt für Schritt ein ganzheitliches Energiesystem.

Auswirkungen auf Installateure und Fachbetriebe

Das Solarspitzengesetz verändert den Markt für PV-Installateure, Energieberater und Handwerksbetriebe deutlich.

Neue Aufgaben für Installateure

Installateure müssen:

  • Smart-Meter-Gateways verbauen
  • Kommunikationsschnittstellen einrichten
  • Anlagen mit Energie-Management-Systemen verknüpfen

Das erfordert technisches Know-how, eröffnet aber neue Umsatzfelder.

Höherer Beratungsbedarf

Kunden benötigen Beratung zu:

  • Wirtschaftlichkeit trotz Solarspitzenregelung
  • Speicherintegration
  • steuerlichen Vorteilen (0 % MwSt., Abschreibung)
  • Fördermöglichkeiten

Installateure, die Beratung und Umsetzung kombinieren, sichern sich Wettbewerbsvorteile.

Kooperationen zwischen Gewerken

Zukünftig müssen Dachdecker, Elektriker und Energieberater enger zusammenarbeiten.
Die Installation einer PV-Anlage umfasst nicht mehr nur Montage – sondern ein integriertes Energiesystem mit Steuerung, Speicher und Netzkommunikation.

Technische Details und Pflichten

Ein zentrales Element des Solarspitzengesetzes ist die technische Steuerbarkeit von Photovoltaikanlagen. Anlagen müssen so ausgelegt sein, dass Netzbetreiber die Einspeiseleistung bei Bedarf temporär reduzieren können. Dies erfordert den Einsatz moderner Steuergeräte, Smart-Meter-Gateways und zuverlässiger Kommunikationsverbindungen.

Gleichzeitig sind Betreiber verpflichtet, die technische Anbindung dauerhaft sicherzustellen. Der Schutz sensibler Daten ist dabei gesetzlich geregelt und durch klare Vorgaben zur Datensicherheit abgesichert. Die Digitalisierung der Anlagen bringt somit nicht nur neue Funktionen, sondern auch klare rechtliche Rahmenbedingungen mit sich.

Chancen durch das Solarspitzengesetz

  1. Mehr Speicherinstallationen:
    Jeder Betreiber, der Eigenverbrauch maximiert, braucht Speicherlösungen.
    → Installateure können Speicherpakete als Standard anbieten.
  2. Neue Wartungs- und Monitoringverträge:
    Da Anlagen digital vernetzt sind, entstehen neue Geschäftsmodelle für Wartung und Fernüberwachung.
  3. Energiemanagement-Systeme:
    Softwarelösungen zur Optimierung von PV, Speicher, Wärmepumpe und E-Auto werden Standard.
  4. Direktvermarktung für Kleinbetriebe:
    Betreiber können ihren Strom gezielter verkaufen – ohne komplexe Verträge.

Förderungen, Systemwirkung und offene Herausforderungen

Das Solarspitzengesetz wird durch steuerliche Erleichterungen und Förderprogramme flankiert, die Investitionen in Photovoltaikanlagen weiterhin attraktiv machen. Die Mehrwertsteuerbefreiung sowie vereinfachte Abschreibungsregelungen senken die Einstiegshürden deutlich, während Förderangebote auf Bundes- und Landesebene, insbesondere für Speicherlösungen, zusätzliche finanzielle Anreize schaffen. Dadurch bleiben moderne, regelkonforme Anlagen auch langfristig wirtschaftlich sinnvoll.

Gleichzeitig steht das Gesetz für einen grundlegenden Wandel im Energiesystem. Stromerzeugung wird zunehmend steuerbar, Verbraucher entwickeln sich zu aktiven Teilnehmern am Energiemarkt und flexible Lasten können gezielt genutzt werden. Diese Entwicklung bildet eine zentrale Grundlage für den Aufbau eines intelligenten, dynamischen Stromnetzes in Deutschland.

Trotz dieser positiven Effekte gibt es weiterhin Kritik. Vor allem kleinere Anlagenbetreiber sehen sich mit wachsender technischer Komplexität und zusätzlichen Kosten für intelligente Messsysteme konfrontiert. Auch Unsicherheiten hinsichtlich möglicher Vergütungsverluste sorgen für Zurückhaltung. Branchenverbände fordern daher gezielte Nachbesserungen, um kleinere Anlagen zu entlasten und bürokratische Hürden zu reduzieren.

Fazit – Pflicht mit Potenzial

Das Solarspitzengesetz 2026 ist mehr als ein Regelwerk – es ist ein Wendepunkt:
Deutschland schafft den Übergang von passiver Einspeisung zu intelligenter Energieintegration.

➡️ Für Betreiber bedeutet es: Mehr Eigenverbrauch, weniger Bürokratie, stabile Wirtschaftlichkeit.
➡️ Für Installateure bedeutet es: Neue Technik, neue Umsätze – und mehr Beratungsverantwortung.

💡 Wer heute Smart-Meter- und Speicherlösungen anbietet, ist morgen der Marktführer.

Häufige Fragen zum Solarspitzengesetz

1. Bedeutet das Solarspitzengesetz geringere Erträge für Solaranlagen?
In der Praxis meist nicht. Durch Eigenverbrauch und Speicher lassen sich mögliche Einbußen häufig vollständig ausgleichen.

2. Sind Bestandsanlagen betroffen?
Viele bestehende Anlagen genießen Übergangsregelungen, können aber freiwillig von Nachrüstungen profitieren.

3. Lohnt sich Photovoltaik unter den neuen Regeln noch?
Ja, mehr denn je – allerdings mit einem stärkeren Fokus auf Eigenverbrauch statt Volleinspeisung.

4. Wer trägt die Kosten für Smart Meter und Steuertechnik?
Das hängt von Anlagengröße, Netzbetreiber und gesetzlichen Vorgaben ab. Langfristig rechnen sich die Systeme meist durch Einsparungen.

5. Müssen Betreiber aktiv etwas tun?
Ja, insbesondere bei neuen Anlagen sollten technische Anforderungen und Anmeldungen sorgfältig geprüft werden.

6. Ist das Solarspitzengesetz ein dauerhafter Trend?
Ja. Die intelligente Steuerung von Energie wird ein zentraler Bestandteil der Energiewende bleiben.

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