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Peak-Shaving mit Gewerbespeichern – Lastspitzen senken, Kosten optimieren und Netzstabilität erhöhen

Erfahren Sie, wie Peak-Shaving mit Gewerbespeichern Lastspitzen reduziert, Netzentgelte senkt und die Wirtschaftlichkeit für energieintensive Betriebe verbessert. Praxisnahe Anleitung für Installateure und Energieberater.

Steigende Energiekosten und volatile Netzentgelte belasten Gewerbebetriebe 2026 stärker denn je. Besonders Unternehmen mit hohen Lastspitzen – etwa in Produktion, Metall- oder Lebensmittelverarbeitung – zahlen überproportional, weil die Abrechnung sich an der höchsten Viertelstundenlast orientiert. Eine einzelne Spitze kann damit die Energiekosten für das ganze Jahr spürbar erhöhen.

Peak-Shaving mit Gewerbespeichern setzt genau hier an: Intelligente Batteriespeicher kappen Lastspitzen gezielt, senken Netzentgelte und unterstützen zugleich die Netzstabilität. Für Installateure und Energieberater entsteht dadurch ein wachsendes Geschäftsfeld mit hohem Beratungs- und Umsetzungspotenzial.

In diesem Artikel erfahren Sie kompakt, wie Peak-Shaving funktioniert, für welche Betriebe es sich lohnt, wie die Dimensionierung erfolgt – und welche typischen Planungsfehler Sie vermeiden sollten.

Was ist Peak-Shaving und warum wird es für Gewerbebetriebe wichtig?

Peak-Shaving bezeichnet das gezielte Glätten von Lastspitzen im Stromverbrauch durch den Einsatz von Batteriespeichern. Wenn ein Betrieb kurzzeitig viel Leistung abruft – etwa beim Anlauf mehrerer Maschinen oder beim Betrieb energieintensiver Anlagen – springt der Speicher ein und deckt einen Teil des Bedarfs. Dadurch sinkt die aus dem Netz bezogene Spitzenlast.

Der wirtschaftliche Hintergrund: Netzentgelte werden in Deutschland auf Basis der höchsten registrierten Viertelstundenlast berechnet. Diese sogenannte Leistungspreiskomponente macht bei vielen Gewerbebetrieben 30 bis 50 Prozent der gesamten Netzentgelte aus. Eine einzige Lastspitze im Jahr kann somit die Kosten für alle zwölf Monate bestimmen.

2026 gewinnt Peak-Shaving zusätzlich an Bedeutung durch mehrere Faktoren:

  • Steigende Netzentgelte durch Netzausbau und Systemdienstleistungen
  • Smart-Meter-Pflicht für Betriebe ab 6.000 kWh Jahresverbrauch ermöglicht präzise Lastganganalyse
  • Sinkende Speicherpreise verbessern die Wirtschaftlichkeit
  • Zunehmender wirtschaftlicher Druck auf energieintensive Betriebe

Wie funktioniert Peak-Shaving mit Gewerbespeichern ?

Die technische Grundlage bildet eine präzise Lastganganalyse. Smart-Meter erfassen den Stromverbrauch in 15-Minuten-Intervallen und liefern damit die Datenbasis für die Steuerung. Diese Messwerte zeigen, wann und wie stark Lastspitzen auftreten.

Das System besteht aus mehreren Komponenten, die intelligent zusammenwirken:

  • Batteriespeicher mit ausreichender Leistung (kW) und Kapazität (kWh)
  • Wechselrichter für die Umwandlung zwischen Gleich- und Wechselstrom
  • Energiemanagementsystem (EMS) als zentrale Steuerungseinheit
  • Smart-Meter-Gateway für Messdatenerfassung und Kommunikation
  • Optional: PV-Anlage für zusätzliche Eigenstromerzeugung

Die Steuerungslogik arbeitet vorausschauend: Moderne Systeme nutzen Prognosemodelle, die auf historischen Lastgangdaten und Betriebsmustern basieren. Sobald eine Lastspitze droht, entlädt der Speicher und reduziert den Netzbezug. In Schwachlastzeiten – etwa nachts oder am Wochenende – lädt der Speicher wieder auf, entweder aus dem Netz zu günstigen Tarifen oder aus überschüssigem PV-Strom.

Der entscheidende Unterschied zur reinen Eigenverbrauchsoptimierung: Beim Peak-Shaving geht es primär um die Leistungsbegrenzung (kW), nicht um maximale Energiemenge (kWh). Der Speicher muss in der Lage sein, hohe Leistungen kurzzeitig abzugeben – typischerweise 50 bis 200 kW für mehrere Minuten bis zu zwei Stunden.

Wirtschaftliche Vorteile von Peak-Shaving für Gewerbebetriebe

Der Hauptnutzen liegt in der Reduzierung der Netzentgelte. Durch das Kappen von Lastspitzen sinkt die abgerechnete Leistung, was direkt die Kosten senkt. Realistisch sind Einsparungen von 15 bis 30 Prozent bei den Netzentgelten, abhängig vom Lastprofil und der Speicherdimensionierung.

Konkretes Beispiel: Ein Produktionsbetrieb mit 200 kW Anschlussleistung

  • Bisherige Spitzenlast: 180 kW
  • Netzentgelt Leistungspreis: 80 €/kW/Jahr
  • Bisherige Kosten: 14.400 € pro Jahr
  • Nach Peak-Shaving: Spitzenlast auf 140 kW reduziert
  • Neue Kosten: 11.200 € pro Jahr
  • Jährliche Einsparung: 3.200 € (22 Prozent)

Zusätzliche wirtschaftliche Vorteile entstehen durch:

  • Eigenverbrauchsoptimierung bei Kombination mit PV-Anlagen (zusätzliche 2.000 bis 5.000 € Einsparung pro Jahr)
  • Vermeidung von Lastspitzen-Strafkosten bei Überschreitung vereinbarter Leistungsgrenzen
  • Notstromfähigkeit bei entsprechender Systemauslegung (Mehrwert für kritische Prozesse)
  • Teilnahme an Flexibilitätsmärkten (perspektivisch, noch nicht flächendeckend verfügbar)

Die Amortisationszeit liegt bei optimaler Auslegung typischerweise zwischen 5 und 8 Jahren. Entscheidend sind die Höhe der Netzentgelte, die Häufigkeit und Intensität der Lastspitzen sowie die Investitionskosten für den Speicher. Bei Kombination mit PV verkürzt sich die Amortisationszeit auf 4 bis 6 Jahre.

Für welche Betriebe ist Peak-Shaving besonders sinnvoll?

Peak-Shaving lohnt sich vor allem für Betriebe mit ausgeprägten, kurzzeitigen Lastspitzen bei ansonsten moderater Grundlast. Die Wirtschaftlichkeit steigt mit der Differenz zwischen Spitzenlast und Durchschnittslast.

Typische Branchen und Betriebstypen:

  • Metallverarbeitung – Schweißanlagen, Pressen, Induktionsöfen erzeugen hohe Spitzen
  • Lebensmittelproduktion – Bäckereien, Metzgereien mit Backöfen und Kühlanlagen
  • Kühlhäuser und Logistikzentren – Kälteanlagen mit zyklischem Betrieb
  • Kunststoffverarbeitung – Spritzgussmaschinen, Extruder
  • Holzverarbeitung – Sägewerke, Hobelwerke mit Großmaschinen
  • Rechenzentren – Klimatisierung und IT-Last mit Schwankungen

Als Faustregel gilt: Ab einer Anschlussleistung von 100 kW wird Peak-Shaving wirtschaftlich interessant. Optimal sind Betriebe, bei denen die Spitzenlast mindestens 30 Prozent über der durchschnittlichen Last liegt.

Wann lohnt sich Peak-Shaving nicht?

  • Bei gleichmäßiger Grundlast ohne ausgeprägte Spitzen (z.B. Dauerbetrieb von Pumpen)
  • Bei sehr kleinen Betrieben unter 50 kW Anschlussleistung
  • Wenn Lastspitzen nur sehr selten auftreten (weniger als 10 Mal pro Jahr)
  • Bei sehr niedrigen Netzentgelten (unter 40 €/kW/Jahr)

Technische Anforderungen und Dimensionierung

Die richtige Dimensionierung ist entscheidend für die Wirtschaftlichkeit. Dabei müssen zwei Parameter unterschieden werden: Speicherleistung (kW) und Speicherkapazität (kWh).

Faustformel für die Speicherleistung:

10 bis 20 Prozent der maximalen Lastspitze als Speicherleistung. Bei einer Spitzenlast von 200 kW sollte der Speicher also 20 bis 40 kW Leistung bereitstellen können. Je höher die Leistung, desto stärker lassen sich Spitzen kappen.

Speicherkapazität nach Dauer der Lastspitzen

Dauer der LastspitzenEmpfohlene EntladezeitKapazität bei 40 kW
Kurz (15–30 Min.)0,5–1 h20–40 kWh
Mittel (1–2 h)1–2 h40–80 kWh
Lang (>2 h)2–3 h80–120 kWh

Die Dimensionierung muss auf Basis der Lastgangdaten erfolgen. Analysieren Sie mindestens 12 Monate Verbrauchsdaten, um saisonale Schwankungen zu erfassen. Achten Sie besonders auf:

  • Höhe der Spitzenlast (kW)
  • Dauer der Spitzen (Minuten/Stunden)
  • Häufigkeit der Spitzen (täglich, wöchentlich, saisonal)
  • Grundlast zwischen den Spitzen

Integration in bestehende Anlagen:

Retrofit-Lösungen sind möglich und oft wirtschaftlich sinnvoll. Bei bestehenden PV-Anlagen muss die Kompatibilität von Wechselrichter und Speicher geprüft werden. AC-gekoppelte Systeme bieten mehr Flexibilität, DC-gekoppelte Systeme höhere Effizienz.

Smart-Meter-Gateway-Pflicht:

Für Peak-Shaving ist ein intelligentes Messsystem zwingend erforderlich. Das Smart-Meter-Gateway ermöglicht die Kommunikation zwischen Speicher, Energiemanagementsystem und Netzbetreiber. Die Installation muss durch einen zertifizierten Messstellenbetreiber erfolgen.

Peak-Shaving in Kombination mit Photovoltaik

Die Kombination von Peak-Shaving mit Photovoltaik erzeugt erhebliche Synergieeffekte. Der Speicher erfüllt dann eine Doppelfunktion: Er kappt Lastspitzen und speichert PV-Überschüsse für den späteren Eigenverbrauch.

Wirtschaftliche Vorteile der Kombination:

  • Doppelter Nutzen – Netzentgelte senken UND Eigenverbrauch erhöhen
  • Höhere Speicherauslastung – mehr Ladezyklen pro Jahr verbessern die Wirtschaftlichkeit
  • Vermeidung von PV-Abregelung – Überschüsse werden gespeichert statt abgeregelt
  • Zeitliche Lastverschiebung – energieintensive Prozesse in PV-Zeiten verlagern

Intelligente Betriebsstrategien ermöglichen es, Produktionsprozesse teilweise in Zeiten hoher PV-Erzeugung zu verlagern. Der Speicher puffert dabei Schwankungen ab und verhindert gleichzeitig Lastspitzen.

Praxisbeispiel: Produktionsbetrieb mit 300 kWp PV und 150 kWh Speicher

  • PV-Eigenverbrauch steigt von 40 auf 65 Prozent
  • Lastspitzen werden von 250 kW auf 180 kW reduziert
  • Gesamteinsparung: 12.000 € pro Jahr (5.500 € Netzentgelte + 6.500 € Strombezug)
  • Investition: 110.000 € (Speicher + Integration)
  • Amortisation: 9,2 Jahre (ohne Förderung)

Die Wirtschaftlichkeit verbessert sich deutlich gegenüber reinem Peak-Shaving ohne PV. Die Amortisationszeit verkürzt sich typischerweise um 2 bis 3 Jahre.

Was Installateure und Energieberater beachten müssen

Peak-Shaving-Projekte erfordern eine strukturierte Vorgehensweise und fundierte Beratung. Als Installateur oder Energieberater sollten Sie folgende Schritte beachten:

1. Lastgangdaten beschaffen und analysieren

Fordern Sie beim Netzbetreiber oder über das Smart-Meter die Lastgangdaten der letzten 12 bis 24 Monate an. Analysieren Sie:

  • Maximale Spitzenlast und deren Häufigkeit
  • Durchschnittliche Grundlast
  • Dauer der Lastspitzen (15 Minuten, 1 Stunde, mehrere Stunden)
  • Zeitliche Muster (Tageszeit, Wochentag, Saison)

2. Erwartungsmanagement im Kundengespräch

Kommunizieren Sie realistische Einsparpotenziale. Vermeiden Sie überzogene Versprechen. Typische Einsparungen bei Netzentgelten liegen bei 15 bis 30 Prozent, nicht bei 50 oder 70 Prozent. Erklären Sie, dass die Wirtschaftlichkeit stark vom individuellen Lastprofil abhängt.

3. Technische Planung

Wählen Sie Speichersysteme mit ausreichender C-Rate (Verhältnis von Leistung zu Kapazität). Für Peak-Shaving sind C-Raten von 0,5 bis 1,0 erforderlich. Ein 100 kWh-Speicher sollte also 50 bis 100 kW Leistung bereitstellen können.

Achten Sie auf:

  • Kompatibilität mit bestehenden Systemen
  • Erweiterbarkeit für zukünftige Anforderungen
  • Monitoring- und Steuerungsfunktionen
  • Garantiebedingungen (Zyklen, Kapazitätserhalt)

4. Neue Geschäftsmodelle entwickeln

Peak-Shaving eröffnet Installateuren neue Geschäftsfelder:

  • Monitoring-Verträge – kontinuierliche Überwachung und Optimierung der Speichersteuerung (monatliche Gebühr)
  • Wartungsverträge – regelmäßige Inspektion und Software-Updates
  • Performance-Garantien – garantierte Mindesteinsparung gegen Erfolgsbeteiligung
  • Energieberatung als Dienstleistung – Lastganganalyse und Potenzialermittlung als eigenständiges Angebot

5. Kooperation mit Partnern

Arbeiten Sie eng mit Energieberatern, Messstellenbetreibern und Netzbetreibern zusammen. Die Abstimmung mit dem Netzbetreiber ist wichtig für Anmeldung, Genehmigung und Datenübermittlung.

Förderungen und regulatorische Rahmenbedingungen 2026

Verschiedene Förderprogramme unterstützen die Investition in Gewerbespeicher. Die Förderlandschaft ist komplex und ändert sich regelmäßig – prüfen Sie die aktuellen Bedingungen vor jedem Projekt.

Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz (EEW)

Das BAFA fördert Speicher im Rahmen von Energieeffizienzmaßnahmen. Fördersätze liegen bei 15 bis 30 Prozent der förderfähigen Kosten, abhängig von Unternehmensgröße und Maßnahme.

KfW-Programme

Die KfW bietet zinsgünstige Kredite für energieeffiziente Betriebe (Programm 270, 295). Tilgungszuschüsse sind bei besonders effizienten Gesamtkonzepten möglich.

Länderspezifische Programme

Viele Bundesländer haben eigene Förderprogramme für Gewerbespeicher und PV-Anlagen. Beispiele:

  • Bayern: Förderprogramm für Gewerbespeicher bis 200 kWh
  • Baden-Württemberg: Netzdienliche Photovoltaik-Batteriespeicher
  • Nordrhein-Westfalen: progres.nrw für Unternehmen

Steuerliche Absetzbarkeit

Gewerbespeicher sind als Betriebsvermögen steuerlich absetzbar:

  • Reguläre AfA über 10 Jahre (10 Prozent pro Jahr)
  • Sonderabschreibung nach § 7g EStG für kleine und mittlere Unternehmen (bis zu 50 Prozent im ersten Jahr)
  • Investitionsabzugsbetrag (IAB) bis zu 50 Prozent der Anschaffungskosten

Netzanschluss und Genehmigungen

Speicher ab 30 kW Leistung müssen beim Netzbetreiber angemeldet werden. Die Anmeldung erfolgt über das vereinfachte Verfahren nach VDE-AR-N 4110. Bearbeitungszeiten liegen typischerweise bei 4 bis 8 Wochen.

Meldepflichten:

  • Marktstammdatenregister (MaStR) – Registrierung innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme
  • Netzbetreiber – technische Daten und Inbetriebnahmemeldung

Häufige Fehler bei der Planung von Peak-Shaving-Projekten

Aus der Praxis lassen sich typische Planungsfehler identifizieren, die die Wirtschaftlichkeit gefährden oder zu Unzufriedenheit beim Kunden führen.

1. Unterschätzung der Lastdynamik

Viele Speicher haben zu geringe Leistung (kW), aber ausreichende Kapazität (kWh). Wenn eine Lastspitze innerhalb von 5 Minuten von 100 auf 200 kW steigt, muss der Speicher schnell 100 kW liefern können. Ein 100 kWh-Speicher mit nur 30 kW Leistung reicht hier nicht aus.

2. Falsche Speicherdimensionierung

Häufiger Fehler: Zu viel Kapazität (kWh), zu wenig Leistung (kW). Ein 200 kWh-Speicher mit 50 kW Leistung ist für Peak-Shaving weniger geeignet als ein 80 kWh-Speicher mit 80 kW Leistung. Die Investition fließt in ungenutzte Kapazität statt in benötigte Leistung.

3. Fehlende oder unzureichende Datengrundlage

Planung ohne detaillierte Lastganganalyse führt zu Fehleinschätzungen. Mindestens 12 Monate Daten sind erforderlich, um saisonale Schwankungen zu erfassen. Einzelne Stromrechnungen reichen nicht aus.

4. Unrealistische Wirtschaftlichkeitsrechnungen

Zu optimistische Annahmen bei Einsparungen (50 Prozent statt realistischer 20 Prozent) oder zu niedrige Investitionskosten führen zu Enttäuschungen. Kalkulieren Sie konservativ und berücksichtigen Sie Wartungskosten, Versicherung und Degradation.

5. Vernachlässigung von Monitoring und Nachoptimierung

Peak-Shaving ist kein "Set-and-Forget"-System. Betriebsabläufe ändern sich, neue Maschinen kommen hinzu, Produktionsmuster verschieben sich. Ohne kontinuierliches Monitoring und Anpassung der Steuerungsparameter sinkt die Effizienz.

6. Keine Berücksichtigung zukünftiger Lastveränderungen

Geplante Betriebserweiterungen, neue Maschinen oder E-Mobilität (Ladeinfrastruktur) verändern das Lastprofil. Planen Sie Erweiterbarkeit ein oder dimensionieren Sie den Speicher mit Reserve.

Fazit: Peak-Shaving als strategisches Instrument für Gewerbebetriebe

Peak-Shaving mit Gewerbespeichern entwickelt sich zu einem wichtigen Instrument für energieintensive Betriebe. Die Technologie senkt Netzentgelte spürbar, optimiert den Eigenverbrauch bei PV-Anlagen und erhöht die Netzstabilität. Bei richtiger Auslegung sind Einsparungen von 15 bis 30 Prozent bei den Netzentgelten realistisch.

Die Wirtschaftlichkeit hängt stark vom individuellen Lastprofil ab. Betriebe mit ausgeprägten, kurzzeitigen Lastspitzen profitieren am meisten. Ab 100 kW Anschlussleistung wird Peak-Shaving wirtschaftlich interessant, optimal sind Betriebe mit Spitzenlasten, die mindestens 30 Prozent über der Grundlast liegen.

Entscheidend für den Erfolg ist eine sorgfältige Planung auf Basis detaillierter Lastgangdaten. Die Dimensionierung muss Leistung (kW) und Kapazität (kWh) gleichermaßen berücksichtigen. Viele Projekte scheitern an zu geringer Speicherleistung oder unrealistischen Erwartungen.

Die Kombination mit Photovoltaik steigert die Wirtschaftlichkeit erheblich. Der Speicher erfüllt dann eine Doppelfunktion und amortisiert sich typischerweise 2 bis 3 Jahre schneller als bei reinem Peak-Shaving.

Ausblick: Die Bedeutung von Peak-Shaving wird weiter steigen. Steigende Netzentgelte, zunehmende Elektrifizierung (E-Mobilität, Wärmepumpen) und Smart-Grid-Integration schaffen zusätzliche Anreize. Perspektivisch werden Flexibilitätsmärkte weitere Erlösquellen eröffnen.

Handlungsempfehlung für Installateure und Energieberater:

  • Etablieren Sie Lastganganalyse als eigenständige Beratungsleistung
  • Entwickeln Sie Monitoring-Verträge als wiederkehrendes Geschäftsmodell
  • Arbeiten Sie eng mit Energieberatern und Messstellenbetreibern zusammen
  • Kommunizieren Sie realistische Einsparpotenziale – Vertrauen ist wichtiger als überzogene Versprechen
  • Bleiben Sie technologisch am Ball – die Entwicklung ist dynamisch

Peak-Shaving ist mehr als eine technische Lösung – es ist ein strategisches Instrument zur Kostensenkung und Energieoptimierung. Für Installateure und Energieberater eröffnet sich damit ein wachsendes Geschäftsfeld mit erheblichem Potenzial.

Häufige Fragen zu Peak-Shaving mit Gewerbespeichern

1.Wie viel kann ein Betrieb durch Peak-Shaving einsparen?

In der Praxis lassen sich 15–30 % der Netzentgelte reduzieren, abhängig von Lastprofil und Speichergröße. Bei jährlichen Netzentgelten von 10.000 € sind 1.500–3.000 € Einsparung realistisch. Entscheidend ist die Differenz zwischen Grundlast und Lastspitze.

2. Welche Speichergröße wird für Peak-Shaving benötigt?

Faustregel: 10–20 % der Lastspitze als Leistung (kW), 0,5–2 Stunden Kapazität (kWh).
Beispiel: 200 kW Spitze → 20–40 kW Leistung, 20–80 kWh Kapazität.

3.Funktioniert Peak-Shaving auch ohne PV-Anlage?

Ja. Der Speicher lädt in Schwachlastzeiten aus dem Netz und entlädt bei Lastspitzen. Mit PV steigt die Wirtschaftlichkeit jedoch deutlich, da zusätzlich Eigenverbrauch optimiert und die Amortisationszeit verkürzt wird.

4.Wie lange dauert die Amortisation?

Typisch sind 5–8 Jahre bei optimaler Auslegung. Einflussfaktoren sind Netzentgelte, Häufigkeit der Lastspitzen, Systemkosten und PV-Integration. Mit Förderung oder in Kombination mit PV sind 4–6 Jahre realistisch.

5.Was kostet ein Gewerbespeicher für Peak-Shaving?

600–900 € pro kWh inkl. Installation.
100 kWh → 60.000–90.000 € zzgl. EMS (3.000–8.000 €) und Smart-Meter (~100 €/Jahr).

6. Kann Peak-Shaving nachträglich ergänzt werden?

Ja, ein Retrofit ist möglich. Bestehende PV-Anlagen lassen sich mit Speichern nachrüsten, sofern Wechselrichter und Steuerung kompatibel sind. AC-gekoppelte Systeme bieten dabei die größte Flexibilität; erforderlich sind Anpassungen der Steuerungslogik und die Anbindung an ein Smart-Meter.

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